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Dienstag, 31. Mai 2011

Waldorfpädagogik heute

 
Marie-Luise Compani, Peter Lang (Hrsg.)
Waldorfkindergarten heute
- Eine Einführung
Verlag: Freies Geistesleben, 272 S., geb., ISBN-13: 978-3-7725-2472-1, €15,90
Die Beiträge machen mit allen wesentlichen Elementen des Waldorfkindergartens vertraut und zeigen, wie man den Alltag im Vorschulalter sinnvoll gestalten kann. Das Buch kommt einem wesentlichen Bedürfnis vieler Eltern entgegen: einer umfassenden, aktuellen Einführung in die Pädagogik der Waldorfkindergärten. Die Autorinnen und Autoren beschreiben anschaulich den besonderen Ansatz der Waldorfpädagogik und ihr Verständnis der frühkindlichen Bildungsprozesse. Die Entwicklung des Kindes im Vorschulalter beruht zum überwiegenden Teil auf Vorbild und Nachahmung, Rhythmus und Wiederholung; diese grundsätzlichen Elemente prägen daher auch den Alltag in Waldorfkindergärten. In dem Buch werden aber auch die veränderten sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen berücksichtigt. So entsteht ein lebendiges, vielseitiges Bild des heutigen Waldorfkindergartens. Auch die besonderen Organisationsformen der Waldorfkindergärten, der Weg bis zur Gründung eines Kindergartens und die Mitarbeit der Eltern kommen zur Sprache.
Mit Beiträgen von Marie-Luise Compani, Elisabeth Göbel, Claudia Grah-Wittich, Freya Jaffke, Michael Kassner, Birgit Krohmer, Peter Lang, Claudia McKeen, Andreas Neider und Jaqueline Walter
 
Inhalt: Aufgaben und Anforderungen an den Waldorfkindergarten - Waldorfkindergärten weltweit - Die Arbeit der ErzieherInnen im Kindergarten - Wie entsteht ein Waldorfkindergarten? Organisationsformen und Strukturen - Warum Elternarbeit heute so wichtig ist - Die Metamorphose der Wachstumskräfte in den ersten Lebensjahren - Waldorfpädagogik in der frühen Kindheit – Erziehung und Salutogenese - Eingewöhnung, Bindung und Beziehungsaufbau - Rhythmus, Gewohnheiten und die Haltung des Erziehers - Wiegestuben und Kinderkrippen - Das freie Spiel - Die Bedeutung des Reigens und der Fingerspiele - Ernährung im Kindergarten - Eurythmie im Waldorfkindergarten - Der Einfluss der Medien in der frühen Kindheit - Per Mausklick durch die Kindheit? - Verzeichnis der Waldorfkindergärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
 
Peter Loebell (Hrsg.)
Waldorfschule heute - Eine Einführung
396 S., geb., ISBN-13: 978-3-7725-2471-4, €16,90
Eine umfassende Einführung in die Waldorfpädagogik. Die Autoren geben einen guten Überblick über die verschiedenen Gesichtspunkte dieser Schulform, ihre Grundlagen und ihr Umfeld. Der optimale Einstieg für künftige Schuleltern und für alle, die sich über diese erfolgreiche alternative Schulform informieren möchten. Die Waldorfpädagogik, die mittlerweile auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblicken kann, ist als alternative Schulform längst anerkannt und etabliert und hat viele allgemeine pädagogische Entwicklungen angestoßen. Doch was ist so anders an dieser Pädagogik? Woher stammt ihre Erneuerungskraft, und wie hat sie sich seit ihrer Gründung weiterentwickelt? Das sind nur einige Fragen, denen diese grundlegende Einführung in die Lebensformen der Waldorfpädagogik nachgeht.
Mit Beiträgen von Karl-Martin Dietz, Michaela Glöckler, Wenzel M. Götte, Edwin Hübner, Johannes Kiersch, Ernst-Michael Kranich, Stefan Leber, Christoph Lindenberg, Peter Loebell, Walter Riethmüller, Christian Rittelmeyer und Andreas Suchantke.

Inhalt: Waldorfschule heute: Die Waldorfpädagogik in der allgemeinen Bildungsdiskussion - Die Waldorfschule in der Bildungslandschaft seit 1945 - Das Ich in der Entwicklung des Kindes und des jugendlichen Menschen - Individuelles Lernen - Die leiblichen Grundlagen des Lernens - Erziehung als therapeutische Aufgabe - Das Zusammenwirken von Eltern und Lehrern in der Schulgemeinschaft - Eltern und Lehrer im Dialog - Der Klassenlehrer an einer Waldorfschule - Unterrichten in der Oberstufe - Der fremde Blick – über den Umgang mit Rudolf Steiners Vorträgen und Schriften - Was sind bestimmende Grundlagen der Waldorfpädagogik und aus welchen Quellen schöpft sie? - Computer- und Medienunterricht an der Waldorfschule - Der umweltpädagogische Ansatz der Waldorfpädagogik

Freitag, 27. Mai 2011

Ein Leitfaden zur Orientierung für den Weg zu einer innovativen Lernwelt

Barnowski-Geiser, Waltraut
Schule braucht Gefühl
- Kinder kreativ-therapeutisch fördern
Semnos Verlag 2009, 128 S., kt., ISBN 978-3-934933-30-9, 11,95 €
Musiktherapeutin Dr. Waltraut Barnowski-Geiser, seit vielen Jahren Schultherapeutin und Lehrerin, rückt mit ihrem neuen Buch die kindlichen Nöte in das Zentrum der Wahrnehmung und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Mangelerfahrung, die Kinder im System Schule bislang machen müssen. Ihr kreativtherapeutisches Arbeitskonzept „KreTAS“ enthält zukunftsweisende Pfade der emotionalen und sozialen Förderung, die die Schullandschaft aufrütteln und verändern können. Die Praxisberichte und jahrelanges erprobtes theoretisches Wissen machen dieses Fachbuch unerlässlich für alle, die pädagogisch, beraterisch, psychologisch und therapeutisch an Schulen tätig sind. Das Buch ist ein Leitfaden zur Orientierung für den Weg zu einer innovativen Lernwelt.

Leseprobe (Auszug): " ... Schule ist der Ort, an dem wir jedem Kind dieser Gesellschaft begegnen können und es fördern dürfen. Ein Stätte der Kontinuität, „in einer Welt, in der nichts sicher scheint“, wie es in dem Liedtext der Popgruppe Silbermond heißt. Ich bin sicher, dass in Schulen viel Kompetenz lebt, auf Seiten von Schüler/innen und Lehrer/innen, Kompetenz, die sich zeigt und entwickelt, wenn Kinder (ebenso ihre Lehrerinnen und Lehrer) dort endlich abseits von pauschalisierten Wertungen und Entwertungen geachtet werden als das, was sie sind: Wesen mit subjektivem Empfinden und individuellen Gefühlen ... " (Ausführliche Leseprobe)

Mittwoch, 25. Mai 2011

Von kleinen Lügen, großen Lasten und dem Mut zur Aufrichtigkeit in der Familie

Irmela Wiemann: Wie viel Wahrheit braucht mein Kind?
rororo tb, 240 S., 978-3-499-60956-5, 9,95 €
Kleine Unwahrheiten des Alltags kommen uns unseren Kindern gegenüber oft ganz selbstverständlich über die Lippen, große seelische Lasten halten wir von ihnen fern. Viele Eltern sind unsicher, welche Wahrheiten sie ihren Kindern mitteilen sollten und welche nicht. Aber ob und wie Kinder später Wahrheiten verkraften, hängt entscheidend davon ab, wie wir als Erwachsene selbst damit umgehen. Das Buch greift viele ganz alltägliche Situationen auf, bei denen Eltern nicht glaubwürdig und klar sind. Es wird gezeigt, wie dieses Verhalten Kinder verunsichert und wie Erwachsene lernen können, klare Botschaften zu geben. Außerdem gibt das Buch Anleitung, wie man mit oftmals schweren und schmerzlichen Wahrheiten Kindern gegenüber umgehen kann, es ermutigt Erwachsene, echt, aufrichtig und eindeutig zu sein.

Dienstag, 12. April 2011

Monika Kiel-Hinrichsen
Warum Kinder nicht zuhören
- Ein Ratgeger für Eltern und Erziehende
200 S., kt., ISBN-13: 978-3-8251-7468-2, € 13,90
Mein Kind hört einfach nicht auf das, was ich sage! Liegt der Grund dafür vielleicht gar nicht beim Kind? Wie muss ich meine Botschaft ausdrücken, damit sie das Kind erreichen kann? Die Art und Weise, wie wir miteinander sprechen, ist der Kern jeder menschlichen Beziehung. Kinder reagieren oft noch viel sensibler als Erwachsene auf die Signale, die wir mit unserer Körpersprache, dem Tonfall und der Art unserer Formulierungen zwischen den Zeilen aussenden. Deshalb ist es für die Erziehung von entscheidender Bedeutung, welche Botschaften wir jenseits unserer Worte vermitteln. Wie muss ich mit meinem Kind in den einzelnen Altersstufen sprechen? Welche Wirkungen gehen vom Klang meiner Stimme und von meinen Gebärden aus? Wie beeinflussen die Situation, in der sich das Kind befindet, und meine eigene Befindlichkeit die Verständigung? Wie schaffe ich es, mir all diese Aspekte so bewusst zu machen, dass ich sie im Alltag umsetzen kann? - Monika Kiel-Hinrichsen möchte Eltern und Erziehende mit dem Handwerkszeug ausrüsten, das über eine gelungene Kommunikation die Basis für eine sinnvolle Erziehungsarbeit bilden kann.

Wie ist es denn mit dem Hören? Wann höre ich zu? Doch dann, wenn etwas mein Interesse geweckt hat, wenn eine Saite in mir berührt werden und klingen konnte. Wann hört ein Kind, wenn man etwas von ihm will? Hört es nicht dann auf mich, wenn ich gelernt habe, mich auf sein Instrument einzulassen, wenn ich die Neugier habe, dem Klang seiner Saiten zu lauschen? Sind diese gerade verstimmt, so dass Misstöne entstehen, hat es wenig Sinn, laut und kräftig darüberzustreichen, sondern ich muss lernen, wie man ein fremdes Instrument stimmen kann. Aber ich kann mir auch die Frage stellen, wie mein eigenes Instrument gerade klingt, was es braucht, damit die Töne klarer und eindeutiger kommen können.

Inhalt: • Sprich, und du offenbarst dich • Das Seeleninstrument stimmen • Kindheit im Prozess • Körpersprache – Seelensprache • Die Bedeutung der Stimme in der Erziehung • Transaktionsanalyse in der Erziehung • Erziehung zum »ganzen Menschen« • Sinnesentwicklung und Sozialfähigkeit • Was hat die Sinnesentwicklung mit dem Hörenkönnen zu tun? • ADHS-Kinder und das Hören • Aggressivität als Warnsignal • Von der Erziehung zur Beziehung • Erziehung zur Konfliktfähigkeit • Aktives Zuhören • Von der Du- zur Ich-Botschaft • Konfliktmanagement in der Familie • Selbsterziehung als Grundlage der Erziehung • Wahrnehmungsübungen für Eltern

Mittwoch, 6. April 2011

Den Islam mit anderen Augen sehen

Peter Normann Waage
Islam und die moderne Welt
- Ein Essay über Dialog
Pforte Verlag, 143 S., br., ISBN 978-3-85636-181-5,  EUR 14.00, CHF 24.00
Die Ereignisse in Nordafrika haben uns alle überrascht. Nichts von Fundamentalismus, von antiwestlichem Zorn, sondern eine Sehnsucht nach Demokratie, nach Selbstbestimmung und Freiheit. Kurz: Nach Werten, die in unserem Kulturraum entstanden sind. Ein Grund, sich wieder einmal eine andere Stimme über den Islam anzuhören, um das Verständnis dafür zu entwickeln, dass in jeder Religion das Gesamtmenschliche in je eigener Ausprägung lebt, dass Religion die Menschen nicht trennen muss, sondern auch vereinen kann.

Diese anregende Studie gibt einen weiten Überblick über die brennenden aktuellen Probleme wie auch die geschichtlichen Grundlagen und Entwicklungen. Sie führt einerseits zu einem tieferen Verständnis für das vielschichtige Phänomen Islam, andererseits auch zur Besinnung auf die Werte der westlichen Kultur. Entstanden ist ein engagiertes Plädoyer für klares, vorurteilsloses Denken, für Verständnis und Toleranz. Nur auf dieser Basis, wenn das Verständnis für die Qualitäten der anderen ebenso geweckt wird wie für die eigenen, kann eine friedliche und fruchtbare Begegnung beider Kulturen stattfinden.

Aus dem Inhalt:

· Wenn die anderen zum Feind werden
· Fundamentalismus und Islam
· Verschleiertes Gehirn
· Das arabische Erbe
· Gott hat keinen Sohn
· Eine christliche Sekte?
· Christentum als Blasphemie
· Die Religion der Religionen
· Die Religion des Buches
· Die Brennessel
· Die Krise des Islams
· Individuum und Kultur

Mittwoch, 30. März 2011

Amoklauf

Leere Seelen - Was treibt sie in den Amok?
Mit Beiträgen von: Michael Alberts, Michael Birnthaler, Uwe Buermann, Jorit Hillendahl, Renate Hölzer-Hasselberg, Matthias Klaußner, Gisela Mayer, Manfred Spitzer, Wolfgang Weirauch
kt., 224 S.,37 s/w-Abb., ISBN 978-3-935679-57-2, 16,00 €
Jeder Amoklauf reißt tödliche Wunden - und immer wieder stellen wir uns die Frage: Wie konnte dieser Mensch das tun? Liegen die Ursachen in unserer modernen Zeit? Welchen Einfluß haben hier die Medien und Killerspiele? Welche Folgen hat es, daß die Menschen immer weniger reale Erlebnisse in der Natur haben?

Wir berichten über die Wirkung der Medien auf den Menschen, über die Auswirkungen von Gewaltspielen auf die Seele, die eigene Betroffenheit und Sucht durch Computerspiele, über Gewalt unter Jugendlichen, die zunehmende Erlebnisarmut der Menschen und wie man ihr begegnen kann sowie über die lebenszerstörenden Folgen eines Amoklaufs für die Betroffenen
 

Montag, 28. März 2011

Naturwissenschaft und Spiritualität

Rüdiger Sünner
Das kreative Universum – Naturwissenschaft und Spiritualität im Dialog
2011, DVD, 83 Minuten, englische Untertitel können eingeblendet werden, ISBN 978-3-89848-531-9, 14.90 €
Die Naturwissenschaft gilt heute als die große Wissensautorität, deren Erkenntnisse allgemein anerkannt und weltweit gefeiert werden. In ihrem Bereich regieren keine göttlichen oder übernatürlichen Kräfte, sondern messbare Phänomene wie Naturgesetze und Moleküle, die - so die Nachfolger Darwins - im Prozess der Selbstorganisation alles Leben geschaffen haben. Andererseits fühlen sich immer mehr Menschen zu spirituellen Weltbildern hingezogen, die ihnen scheinbar umfassendere Sinnhorizonte bieten. Das Interesse für Esoterik, Buddhismus, Anthroposophie, Naturreligionen, Meditation und die Mystik der Weltreligionen wächst von Jahr zu Jahr. Wie sind diese verschiedenen Welten zu vereinbaren? Leben wir in einer Art kultureller Schizophrenie, wo man sich öffentlich zur Evolutionstheorie bekennt, aber privat doch lieber an Engel, Schamanen, Götter und Geister glaubt? Sind die Bilder und Werte der spirituellen Traditionen mit den erstaunlichen Ergebnissen moderner Forschung vermittelbar oder bleiben sie reine Glaubensangelegenheiten?
Wir befragen einige der interessantesten Querdenker im Bereich der Naturwissenschaft, ob und wie ein Brückenbau zwischen ihren Disziplinen und spirituellen Fragen möglich ist. Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, die Raum für die Annahme eines »Göttlichen«, »Heiligen« oder »Transzendenten« lassen? Was bedeuten sie für unsere Zukunft?

Eine Reise in die spannende »terra incognita« moderner Naturforschung mit Rupert Sheldrake (Biologe), Hans-Peter Dürr (Quantenphysker), Thomas Görnitz (Quantenphysiker),  Arthur Zajonc (Quantenphysiker), Stuart Kauffman (Biologe), John Polkinghorne (Teilchenphysiker und Theologe), Simon Conway Morris (Paläontologe) George Coyne  (Astronom) Wolfram Schwenk (Gewässerbiologe), Bernd Rosslenbroich (Biologe), Wolfgang Schad (Biologe), Johannes Wirz (Molekularbiologe), Stephan Harding (Biologe) und Joachim Bauer (Neurobiologe).


DVD bestellen:

Ein Dichter staunt über die Wunder der Natur ...

Maurice Maeterlinck

Das Leben der Bienen
Mit einem Essay über Maeterlinck und die Bienen von Gerhardt Roth

Union Verlag, 256 S., geb., ISBN 3-293-00427-X, EUR 19.90, sFR 30.90
»In diesem Buch zeigt sich Maeterlinck uns in seiner ganzen Größe und Weisheit.« Rainer Maria Rilke Maurice Maeterlinck, zu seinen Lebzeiten gefeierter Nobelpreisträger für Literatur, hat selbst Bienen gezüchtet und erforscht. Sein erstmals 1901 erschienenes Buch Das Leben der Bienen fand in zahlreichen Sprachen weiteste Verbreitung und gilt unter Fachleuten und Imkern bis heute als gültige Darstellung.
 
Sachlich und präzis, aber mit berückender Sprachkraft schildert er die faszinierenden, rätselhaften Ereignisse im Bienenstock. Der Naturforscher in ihm verbindet sich mit dem Denker und Dichter, der den Wundern der Natur nachspürt und das Staunen nicht verlernt hat.

›Ehe nicht eine entscheidende Entdeckung der Wissenschaft das Rätsel der Natur löst‹, sagt Maeterlinck, ›oder eine Offenbarung aus einer anderen Welt, etwa eine Mitteilung von einem älteren und weiseren Planeten, uns endlich über Zweck und Ziel des Lebens belehrt, werden wir nichts sein als ein vergänglicher und zufälliger Lichtschimmer ohne schätzbaren Zweck in einer gleichgültigen Nacht, die ihn in jedem Augenblick ausblasen kann. Wer diese unermeßliche vergebliche Schwachheit schildert, der kommt der letzten Grundwahrheit unseres Lebens am nächsten; und wenn er die Personen, die er diesem feindlichen Nichts überantwortet, ein paar anmutige und liebevolle Gebärden machen, ein paar Worte der Sanftmut, des zagen Hoffens, des Mitleids und der Liebe sprechen läßt, so hat er alles getan, was man als Mensch tun kann, wenn man das Dasein bis an die Grenzen dieser großen und unbeweglichen Wahrheit verfolgt ...‹ (in "Rainer Maria Rilke: Maurice Maeterlinck")

Sonntag, 27. März 2011

Raffaels Madonna di San Sisto

Raffaels Sixtinische Madonna: Literarische Zeugnisse aus zwei Jahrhunderten.
Gesammelt und erläutert von Michael Ladwein
240 S., 5 farbige und zahlreiche s/w-Abbildungen, br., ISBN 978-3-85636-159-4, EUR 18.00,CHF 29,00 
Ursprünglich als Altarbild für eine Klosterkirche in Piacenza gemalt, gelangte Raffaels Madonna di San Sisto 1754 nach Dresden und beeinflußte in den folgenden Jahrhunderten nicht nur Künstler und Gelehrte, sondern entfaltete auch eine ungeahnte Popularität quer durch alle Schichten der Bevölkerung. Raffaels Madonna fand ihren Platz in den Herzen der Menschen und wurde zur Inspirationsquelle für Generationen von Malern, Schriftstellern, Musikern und Philosophen.

Ausgewählte literarische Fundstücke und Bilddokumente vermitteln die einzigartige Wirkungsgeschichte eines der bedeutendsten Meisterwerke der italienischen Renaissance und bilden zugleich einen Querschnitt durch mehr als zwei Jahrhunderte deutscher Kulturgeschichte.

Kenntnisreich und mit dem Blick für fesselnde Details hat Michael Ladwein literarische Fundstücke und Bilddokumente aus mehr als zwei Jahrhunderten gesammelt und zu einem Gesamtbild zusammengefügt, das die einzigartige Wirkungsgeschichte eines der bedeutendsten Meisterwerke der italienischen Renaissance vermittelt.

"Hat denn Raphael was anders, was mehr gemahlt als eine liebende Mutter mit ihrem Ersten, Einzigen? und war aus dem Sujet was anders zu mahlen? und ist Mutterliebe in ihren Abschattungen nicht eine ergiebige Quelle für Dichter und Mahler aller Zeiten?" (Goethe)

Samstag, 26. März 2011

150 Jahre Rudolf Steiner (1861-1925)



Am 27. Februar 2011 jährt sich der Geburtstag des bedeutenden österreichischen Philosophen Rudolf Steiner (1861-1925) zum 150. Mal. Der Begründer der Waldorfschulen, der anthroposophischen Geisteswissenschaft und Pionier der biologisch-dynamischen Landwirtschaft war einer der einflussreichsten Reformer des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen und Innovationen inspirieren bis heute Unternehmer, Künstler und Wissenschaftler auf der ganzen Welt und prägen in vielfaltigen Formen unser Kultur- und Alltagsleben ... (Mehr dazu) 
Wolfgang G. Vögele (Hrsg.)

Der andere Rudolf Steiner - Augenzeugenberichte, Interviews, Karikaturen

Futurum Verlag, 403 S., geb., br., ISBN 978-3-85636-226-3, EUR 18.80, CHF 24.80 /
Rudolf Steiner war ein Mann der Öffentlichkeit. Er lebte und wirkte in seiner Zeit mit einer Energie und Intensität, die alle Grenzen des Gewöhnlichen sprengten. Begeisterung und Befremdung polarisierten seine Zuhörer; kalt jedoch ließ er keinen. An Anekdoten und Memoiren von anthroposophischer Seite mangelt es nicht. Wie aufmerksam ihn aber auch seine übrigen Zeitgenossen wahrnahmen, ist kaum bekannt. Diese Lücke schießt die vorliegende Anthologie mit über 70 weitgehend unbekannten Augenzeugenberichten und Schilderungen von Schriftstellern, Publizisten, Künstlern und anderen Menschen, die Steiner begegnet sind, ohne sich – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – seiner Bewegung anzuschließen. So ergibt sich eine faszinierende, knapp und sachkundig kommentierte Dokumentation, die Steiner facettenreich porträtiert. Das Buch, das auch etliche Interviews sowie Satiren und Karikaturen enthält, liefert einen erfrischenden Forschungsbeitrag zu einem vielschichtigeren Verständnis von Steiners Werk und Wirkung aus der Sicht seiner Zeitgenossen.
 
Manfred Kannenberg: Rudolf Steiner in Berlin
Impulse, Begegnungen und Wirkensstätten in Berlin 1897 – 1923..Einträge in die Zukunft
2011, 192 S., kt., ISBN 978-3-03769-028-4, € 19.–, sFr. 26.–
Berlin – das ist die Stadt der Veröffentlichung der Anthroposophie. Hier stellt sich Rudolf Steiner seit 1897 hinein in die philosophischen, literarischen, künstlerischen und sozialpolitischen Strömungen seiner Zeit, charakterisiert sie, sucht ihren Dialog und inspiriert sie. Er verkehrt im Klub Die Kommenden von Ludwig Jacobowsky ebenso wie im Kreis der Freien Hochschule und des Giordano-Bruno-Bundes; er unterrichtet jahrelang an Wilhelm Liebknechts Arbeiterbildungsschule, spricht vor siebentausend Druckern und Setzern zum Gutenberg-Jubiläum und geht auf die theosophische Bewegung zu. Es ist der Ort, an dem er seine wesentlichen Schriften schöpft, Zeitschriften gründet und herausgibt und an dem er zwischen 800 und 1000 Vorträge hält, großenteils für die Öffentlichkeit, regelmäßig im Architektenhaus und mehrfach in der Philarmonie. Hier ereignen sich seine unzähligen Lebensbegegnungen mit MitarbeiterInnen und SchülerInnen der geisteswissenschaftlichen Bewegung.

Liest man die Fülle der Dokumente, Impulse und Initiativen heute neu, kann einem zur Sicherheit werden, wie sehr sie auf Zukunft angelegt sind.

Dienstag, 22. März 2011

Kinderbuch-Tauschbörse auf www.kinder-armut.de

Eltern sollen das Kinderbuch oder die Kinderbücher beurteilen

Die Freude am Lesen - das begeisterte, unersättliche Verschlingen von guten Kinderbüchern, ist für Kinder sicher genauso wichtig, wie gesunde Ernährung oder Bewegung. Bücher sind eine Quelle der Freude in einer vielleicht nicht sehr liebevollen Umgebung, ein Tor in andere Welten, ein Schlüssel zum Glück.

Es geht beim Lesen von Kinderbüchern nicht - oder nur am Rande - um die Diskussion zur sogenannten Lesekompetenz. PISA, der internationale Schulleistungsvergleich, hat deutsche Schüler als sehr mäßige Leser erfasst. Nicht alle Schüler, die die Grundschule hinter sich lassen, können lesen und schreiben. Es gibt 4 Millionen Analphabeten in Deutschland! Mäßiges Lesevermögen ist also kein gesellschaftliches Randproblem. Aber, wie gesagt, es geht uns hier nicht um das Problem des Textverständnisses allein, das durch ein gutes Lesevermögen behoben werden soll.

Lesen ist viel mehr. Lesen ist Denken lernen. Wer liest, lernt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, lernt Mitgefühl, lernt, Fremdartiges zu verstehen.

Und: Lesen ist eine Möglichkeit um in eine Welt der Phantasie einzutreten, um durchzuatmen und sich zu entspannen.

Lesen bedeutet gleichzeitig auch Sprechen, denn Lesen ist das innere Gespräch mit sich selbst. Das Buch liefert die Fragen, das Kind gibt die Antworten, das Kind reagiert: es freut sich, es zittert mit dem Helden der Geschichte, es ärgert sich - viele Gefühle offenbaren sich dem lesenden Kind. Das Kind findet sich in den Büchern wieder, es erkennt sich selbst und gleichzeitig reist es in andere Welten und wieder zurück in die Wirklichkeit.

Wie aber wird nun ein Kind zum Bücherfreund? Da helfen sicher keine Vorträge der Eltern, Erzieher oder Lehrer. Das Kind überzeugen und für sich gewinnen wird nur der Inhalt des Buches selbst. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen, liebe Eltern, und Euch, liebe Kinder, auf diesen Seiten Kinderbücher vorstellen, von denen (nicht nur) wir meinen, dass sie empfehlenswert sind. Es sind Bücher, die bereits tausende von Kindern gelesen haben, Bücher, die von vielen Pädagogen besprochen und empfohlen worden sind, Bücher, die wir selbst gern gelesen haben und die unsere Kinder gern lesen.

Kinderbücher sind für uns Bücher, die vom Autor für ein kindliches Publikum verfasst wurden, die ein versöhnliches, hoffnungsvolles Ende haben, die auf Gewalt, Horror und Sex verzichten, Bücher, durch die man den Eindruck gewinnt, dass der Autor sein Publikum ernst nimmt, Bücher, die eine gute Sprache, Hintersinn, Witz und Ironie besitzen, die nur wenige oder keine Klischees bedienen.

Unsere Auswahl ist nichtsdestotrotz eine subjektive Auswahl. Es gibt viele Kinderbücher, die sicherlich ebenso gut sind, wie die hier aufgeführten. Aber unsere Auswahl wächst und wir möchten Sie zur Mithilfe animieren...


mit der INITIATIVE TAUSCH-BÜCHER

Donnerstag, 17. März 2011

Würde des Kindes im Kindergarten

Armin Krenz
Was Kinder brauchen - Aktive Entwicklungsbegleitung im Kindergarten
7., erweiterte Auflage, 208 S., kt., ISBN: 978-3-589-24701-1, 18,95 EUR
Was brauchen Kinder heute, um ihre Talente zu entdecken, ihre Fähigkeiten aufzubauen und eine stabile Ich-Identität zu entwickeln? Kindergärten müssen zu Orten werden, an denen die Interessen und Fragen der Kinder im Mittelpunkt stehen und die immer dringlicher werdende Aufgabe der Persönlichkeitsbildung von Kindern erkannt und erfüllt wird. Das Standardwerk - in erweiterter 7. Auflage - bezieht alle aktuellen Lebens- und Erfahrungshintergründe heutiger Kindheit ein, erläutert die Bedingungen eines gesunden Aufwachsens und gibt Reflexions- und Handlungsimpulse für die pädagogische Praxis.

" ... Die heute viel zitierte und doch noch viel zu selten angewendete Achtung vor der »Würde des Kindes« spricht bei Armin Krenz aus jeder Zeile seines Buches ... Dieses Buch ist nicht nur ein fachlicher Ratgeber für Kindergärten. Es vermag jedem suchenden Zeitgenossen für jedes Alter, für jeden Arbeitsund Lebensbereich anregende und wertvolle Hinweise für die Optimierung der Beziehung von Mensch zu Mensch zu geben. Krenz huldigt keiner pädagogischen Formation. Er zitiert Vorbilder unterschiedlichster Richtungen, aber immer mit dem Blick auf das Ziel: Kinder als »ernstzunehmende Akteure wahrzunehmen ... " (Wolfgang Debus in der Zeitschrift 'Erziehungskunst')

Samstag, 19. Dezember 2009

Der soziale Frieden in Deutschland ist gefährdet

Albrecht von Lucke
Die gefährdete Republik - Von Bonn nach Berlin: 1949 – 1989 – 2009
Wagenbach Verlag Politik 2009, 112 S., brosch., ISBN 978-3-8031-2605-4, 9,90 €, 18,10 SFr, 10,20 € [A]
Was unterscheidet die »Bonner« von der »Berliner Republik«? Und gibt es die Bundesrepublik überhaupt noch – oder nur noch Deutschland?
Albrecht von Lucke erhellt in seinem neuen Buch, inwieweit auf dem Weg von Bonn nach Berlin die »Republik« auf der Strecke geblieben ist – und mit ihr die größten Errungenschaften der Bonner Jahre: Verfassungspatriotismus und Entfeindung, nach außen wie nach innen. Im Zusammenspiel von Eleven Nine, dem 9. 11. 1989, und Nine Eleven, dem 11. 9. 2001, wie mit dem Verlust des westlichen Wohlstands erodieren die republikanischen Prinzipien, kehren die alten Freund-Feind- Gegensätze wieder. Der gesellschaftliche Zusammenhalt schwindet – und damit die Zukunft unserer Demokratie.
Interview mit dem Autor: "Der soziale Frieden in Deutschland ist gefährdet", Albrecht von Lucke über bedenkliche Entwicklungen im postdemokratischen Zeitalter. Albrecht von Lucke, Jurist und Politikwissenschaftler, ist Redakteur der Blätter für deutsche und internationale Politik und freier Publizist. In seinem Buch ... analysiert er die allmähliche Abkehr der Bundesrepublik von bewährten Leitmotiven wie "Nie wieder Krieg" und "Wohlstand für alle" - Interview auf Telepolis

Freitag, 18. Dezember 2009

Dalai Lama

Dalai Lama
Meine spirituelle Autobiographie
Erscheint im April 2010, Aus dem Französischen von Inge Stadler, detebe 23941, brosch., 320 S., ISBN 978-3-257-23941-6, ca. € (D) 9.90, sFr 17.90, € (A) 10.20
Erschienen im Juli 2009, Ln., 320 S., ISBN 978-3-257-06736-1, € (D) 22.90, sFr 40.90, € (A) 23.60
Der Dalai Lama, geistliches und weltliches Oberhaupt der Tibeter und Vorbild für Millionen von Menschen aller Konfessionen, schaut zurück auf sein Leben: auf seine Kindheit, seine Auffindung, seine Lehrzeit, seine Begegnungen. Dabei gewährt er neben dem Einblick ins Persönliche auch einen Ausblick auf die Fragen der Zukunft - Leseprobe (pdf)
Leseprobe aus dem Blog der Meditationsgruppe Wettingen (Auszug): " ... Vergänglichkeit und Gegenseitige Abhängigkeit, oder: Die Welt sehen wie sie ist Text aus dem Buch; Dalai Lama “ Meine spirituelle Autobiographie“
Der Buddhismus bietet eine Methode an, die uns hilft uns zu verbessern. Dabei versuchen wir, die wahre Natur der Dinge zu erkennen, ohne uns vom äusserlichen Schein trügen zu lassen. Die Phänomene, die sich unseren Wahrnehmungsorganen darbieten, haben keine höchste Realität. Nehmen wir das Beispiel eines Berges. Der Berg scheint heute der gleich wie gestern zu sein. Entstanden vor Tausenden von Jahren, repräsentiert er eine Kontinuität in der Welt der Erscheinungen. Auch wenn man eine relative Stabilität in seiner Erscheinung feststellen kann, muss man doch zugeben, dass sich bei genauer Analyse jedes seiner Teilchen sich ständig verändert. Diese Veränderungen, die im unendlich kleinen stattfinden, werden von unserem Geist als Kontinuum wahrgenommen. Diese wahrgenommene Beständigkeit ist nichts als eine Illusion, denn nichts bleibt sich selbst gleich, es gibt keine zwei aufeinanderfolgendn Augenblicke, die sich vollständig gleich sind.
Nach dem Beispiel des Berges nehmen wir das der Blume, deren Vergänglichkeit und Unbeständigkeit offensichtlich sind. Die Blume, die heute in voller Blüte steht, war zuerst ein Same, dann eine Knospe. Diese Veränderungen veranschaulichen die subtile Unbeständigkeit eines jeden Augenblicks. Diese Unbeständigkeit ist die wahre Natur der Blume: Kaum das sie aufgeblüht ist, verwelkt sie. Ob es sich nun um einen Berg oder eine Blume handelt, wir müssen uns an die Vorstellung gewöhnen, dass ein Phänomen im Moment seines Erscheinens bereits die Ursache für sein Ende in sich trägt ... " Zur Leseprobe

Sonntag, 13. Dezember 2009

Marilyn Monroe - oder auch: Wie bereiten wir Kinder auf ihr Leben vor?

Mathias Wais
Als Marilyn Monroe in den Himmel kam - Diskurs über die moderne Biographie
136 S., brosch., ISBN 3-932386-81-7, EUR 14,80 (D), 15,40 (A), sFr 25,80
»Das wahre Ziel des Menschen ist es nicht, zu tun, was er ist, sondern zu sein, was er tut.«
Nachdem Marilyn Monroe, ihr zerrissenes Schicksal und die Fragmentiertheit ihrer Person schon in der Hölle nur Ratlosigkeit hervorrief, wird sie auch im Himmel zunächst nur mit Kopfschütteln empfangen. So bildet man dort, unter der Führung eines gewissen Michael, eine Kommission, die herausfinden soll, was es mit dem modernen Menschen auf sich hat.
Mit einer kurzen Parabel über die inzwischen mythische Figur der Marilyn Monroe werden wir eingeführt in eine Erörterung heutiger Biographien. Anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Beratungspraxis belegt der Autor in verblüffender Weise, dass deren Signatur die Diskontinuierlichkeit ist, eine Brüchigkeit aus äußerem Anlass, nicht aus innerem Motiv. Damit wirft er die Identitätsfrage ganz neu auf.
Einbezogen in einen ebenso leichten, ja heiteren wie auch tief reichenden Dialog wird dem Leser erlebbar, dass moderne Biographien als Partitur gelesen, ja »gehört« werden können. Von da aus ergibt sich der Blick auf die Musik des 20. Jahrhunderts, als deren Gestaltungsprinzip Unvorhersehbarkeit und Heterogenität erscheinen. Und es entsteht das Bild einer neuen Zeitgenossenschaft, aus der heraus der moderne Mensch immer weniger zur Durchsetzung seiner »vorkomponierten« Lebenskonzepte handelt, sondern zunehmend aus Verantwortung für die heutige Welt.
Inhalt: »The Stories of the Street are mine« Vorwort in den Straßen und Nebenstraßen. Als Marilyn Monroe in den Himmel kam. Die Menschen, die ich bin. Die Stacheln der Stetigkeit. »Pomp and Circumstance« Sieben Wege zu erfolgreicher Selbsttäuschung. Ich bin Gegenwart. Lena hört die Engel, vermutlich.
Aus dem Vorwort: Wer sind Sie? Woher wissen Sie, wer Sie sind? Sind Sie sicher, dass Sie diese und nur diese Person sind, als die man Sie kennt und als die Sie sich kennen? Und was heißt kennen? Hätten Sie nicht auch als Asylant in ein fremdes Land gespült werden können, ohne Sicherheiten? Hätten Sie nicht auch eine Punkerphase durchleben können? Wieso sind Sie nicht Rennfahrer geworden? Waren Sie die gleiche Person in der sozial dichten Zeit der Arbeitslosigkeit wie danach als Angestellter? Woher wissen Sie, wer Sie wirklich sind? Wieso nehmen Sie an, dass Sie eine Identität haben? Vielleicht haben Sie ja mehrere. Vielleicht sind Sie gar nicht so eindeutig, wie Sie sich dort oben in der vierten Etage, in Ihrem Glasbüro fühlen. Was wäre, wenn Ihnen der ehemalige Schulfreund und heutige Testfahrer einen Job an seiner Seite angeboten hätte? Hätten Sie Ihre jetzige Stelle aufgegeben und etwas Neues angefangen? Und wovon hängt das ab? Sind Sie vielleicht ein moderner Mensch?
Die Zeit der wohlgesetzten pauschalen Aussagen über den Menschen, seine Biographie und seine Identität scheint vorbei – weil die Menschen derart vielschichtig sind in sich selbst und in ihren Lebenswegen. Oft bedingt durch äußere Ereignisse sind ihre Lebensläufe nicht mehr geradlinig und vorhersagbar. Und deshalb lässt sich heute nur noch erzählend darstellen, was es mit dem Menschen heute auf sich hat. Und noch jede Erzählung über irgendeinen Menschen könnte auch ganz anders verlaufen. Bitten Sie einmal zehn Ihrer Freunde, sie möchten Ihren Lebensweg erzählen, sowie diese Sie kennen. Ich wette, Sie bekommen zehn verschiedene Erzählungen. Wer sind Sie also wirklich? Sind neun Erzählungen falsch und eine richtig? Oder sind etwa mehrere richtig – oder alle?
Davon handelt dieses Buch – dass viele, vielleicht alle Erzählungen über einen Menschen richtig sind und dass es deswegen keine Eindeutigkeit gibt und dass wir trotzdem alle in den Himmel kommen. Außer natürlich der Fleischermeister um die Ecke, der jetzt zum dritten Mal in diesem Monat den Preis für Ihre Lieblingswurst »angepasst« hat, wie er sich ausdrückt. Mathias Wais

Hugo Kükelhaus - Künstler, Schriftsteller, Pädagoge

Otto Schärli
Begegnungen mit Hugo Kükelhaus
160 S., 133 Abb., Klappenbroschur, ISBN 3-932386-51-5, EUR 22,00 (D), EUR 22,80 (A), sFr 39,50
Hugo Kükelhaus als Mensch – auch mit seinen humorvollen Seiten – ist das Thema dieses sowohl lehrreichen wie auch unterhaltsamen Buches. In unserer Zeit zunehmender Entwicklung von Flucht in eine Cyberworld und Drogenrausch kommt dem Werk des Künstlers, Schriftstellers und Pädagogen Hugo Kükelhaus eine wachsende Bedeutung zu. Er hat in seinen Arbeiten stets auf die Leiblichkeit als unauflösliche Einheit von Körper, Seele und Geist hingewiesen als Quelle jeglicher Selbst- und Welterfahrung.
Die Praxis der Selbst- und Weltgestaltung muss von der Wiederbelebung des verdrängten Leibes ausgehen. In ihm sind Geist und Materie, Stoff und Idee zu einer Einheit verbunden.
Kükelhaus zeigt in seinen Schriften, vor allem aber in den von ihm initiierten »Erfahrungsfeldern zur Entfaltung der Sinne«, wie wir unsere Ganzheit aus Körper, Seele und Geist zurückgewinnen und entwickeln können.
Über den großen Anreger existieren aber kaum biographische Darstellungen; eine Lücke, die der Autor mit dem vorliegenden Werk schließt. Er hat mit Kükelhaus 14 Jahre lang intensiv zusammengearbeitet, war Mitbegründer des Arbeitskreises »Organismus und Technik« und breitet in diesem Buch eine weite Palette von gemeinsamen Erlebnissen, unveröffentlichten Briefen und Berichten und gemeinsamen Projekten aus. Nicht nur fachliche und philosophische Themen werden bearbeitet und dargestellt, auch persönliche Äußerungen zeigen den genialen Künstler, Schriftsteller und Pädagogen Kükelhaus von einer Seite, die bisher kaum erschlossen war. Vor allem seine Briefe zeigen einen Menschen, der in großer Offenheit und ganzheitlichem Erleben auf Situationen reagierte, die jedem Menschen begegnen. Der Leser kommt so einem bedeutenden Zeitgenossen näher, der stets versucht hat, sein Privatleben vor der Öffentlichkeit zu schützen.
Der Autor vermittelt die Gewissheit, dass Hugo Kükelhaus für die Gestaltung unserer heutigen und zukünftigen Mitwelt einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag leisten kann.
Der Autor Otto Schärli, 1954 Abschluss des Archtitekturstudiums an der ETH Zürich. Aufnahme in den Werkbund und den Bund Schweizer Architekten (BSA). Während 44 Jahren Architekturbüro mit zwei Brüdern. Bauen von Kirchen, Kloster und Kirche Bethanien OW, Schulen, Schulheim für Körperbehinderte Rodtegg Luzern, Wohnhäuser, Siedlungsbau, Planungen. Ausgedehnte Studienreisen, Vorträge, Seminarien. Seit 1999 selbstständige Tätigkeit als Architekt. Persönlicher Austausch mit Jean Gebser. Seit 1969 intensive Zusammenarbeit mit Hugo Kükelhaus. Mitbegründer und teilweise Leiter verschiedener kultureller Organisationen: Arbeitskreis Organismus und Technik, Begegnungszentrum »Rägebog« Luzern, Aktion Kinderspielplatz, Präsident der Aufsichtskommission der Schule für Gestaltung Luzern (1970–1994).

Samstag, 12. Dezember 2009

Grenzerfahrungen - immer schneller, immer wilder, immer kühner

Roswitha von dem Borne
Einfach fallen lassen - Der Rausch nach Grenzerfahrungen
248 S., brosch., ISBN 3-932386-40-X, EUR 20,00 (D), EUR 20,70 (A), sFr 36,10
Auffallend ist, dass in letzter Zeit vielfach die Rede war von den »Grenzen«, die überschritten werden. Immer schneller, immer wilder, immer kühner suchen die Menschen den Genuss von »Grenzerfahrungen«. Was treibt sie dazu, sich von Fernsehtürmen, Brücken oder Kränen an einem Gummiseil in die Tiefe zu stürzen? Warum klettern Tausende an Felswänden hinauf oder reiten mit ihren Surfbrettern haushohe Wellen hinab? Andere rasen nach einem Diskobesuch, bei dem sie »auf Ecstasy« waren mit ihrem Auto in den Tod. Unzählige surfen stundenlang im Internet oder vergessen die Zeit über Video- und Computerspielen. Wird da nicht auch der Blick über Grenzen einer ganz neuen Dimension gesucht? Warum suchen immer mehr Zeitgenossen den Nervenkitzel im Risiko?
Zwei extreme Verhaltensweisen stehen einander diametral gegenüber. Die Betrachtung der einzelnen gesellschaftlichen Phänomene ist nicht neu. Neu ist das konstruktive, auf gründliche Recherche und präziser Information beruhende Vorgehen, die verschiedenen Zeiterscheinungen unter einem weitgespannten Bogen zusammenzufassen, die sich erst unter Hinzufügung einer Position der Mitte sinnvoll einordnen lassen, in der sich Berufe finden wie die des Astronauten, des Piloten oder des Akrobaten, deren Aufgabe im Dienste einer Sache oder sogar der Welt steht. Um im Dschungel der Extreme eine begriffliche Orientierung zu bieten, ordnet die Autorin die verschiedenen Bereiche drei »Säulen« zu, die sie im Verlauf der Abhandlung mit Inhalt erfüllt, so dass ein anschauliches, den Leser erhellendes Bild entsteht.
Dabei zeigt sich, dass in allen drei Bereichen einander ähnelnde Grenzerfahrungen gemacht werden und sich bis dahin unbekannte Dimensionen des Daseins eröffnen. Der Bungeespringer erlebt »eine Explosion des Lebensgefühls, urgewaltig, gegenwärtig« und hat die Empfindung, »dass die Seele am Körper vorbei fällt in die Freiheit« und sich nach dem »Rausch des Falls in den Körper zurückpendelt, frei geschrien, neu geboren«. Wellenreiter, Bergsteiger oder Astronauten schildern Empfindungen, die als ein »Einssein mit dem Kosmos« oder eine Ausweitung der Ichgrenzen beschrieben werden. Es ist die Rede vom »Gefühl eines erweiterten Bewusstseinszustandes« oder dass sich das »Selbst ausdehnt«. In Astronauten werden beim Anblick der Erde aus dem Kosmos religiöse Gefühle geweckt bis hin zu dem Gefühle einer körperlichen und geistigen Ausdehnung in den Kosmos. Manche Schilderungen grenzen an die »Out-of-body«-Erlebnisse von Menschen in außergewöhnlichen Situationen wie den Nahtodeserlebnissen.
Neben diesen übereinstimmenden Empfindungen gibt es aber auch Unterschiede, die eine jeweilige Betonung von Denken, Fühlen und Wollen deutlich machen, wenn in extremen Bergsteigersituationen beispielsweise nur noch der Wille vorherrscht, weil die Bewältigung der Herausforderung »denkend nicht funktioniert« hätte, oder in angespannten Minuten eines fliegerischen Problems nur noch das Denken im Vordergrund steht, während im Rausch der Drogen das Gefühl dominiert. So zeigt sich in diesen aktuellen Zeitphänomenen, die sich in ihrer Betonung gleichsam verselbstständigen, deutlich etwas von dem unbewussten Schwellenübergang der Menschheit zur Jahrtausendwende, auf die Rudolf Steiner hingewiesen hat, bei dem Denken, Fühlen und Wollen auseinanderfallen. Wird das Schwellenerlebnis bewusst, das heißt durch innere Schulung herbeigeführt, müssen die sich auseinander dividierenden Seelenanteile von Denken Fühlen und Wollen durch das Ich zusammengehalten werden. Das weist auf die Mitte der drei »Säulen«: Disziplin und Besonnenheit sind die Qualitäten, die erlernt werden müssen. Es muss die Mitte gefunden werden zwischen den Extremen der Tollkühnheit und des Stumpfsinns, die Tollkühnheit muss zurückgesteuert werden auf den wahren Mut, der Stumpfsinn auf die wahre Gelassenheit – auch im menschlichen Miteinander.
Inhalt
Nervenkitzel im kalkulierbaren Risiko: Urgefühle. Spektakuläre »Events«. Bungeespringen – House-Running®. Rummelplatz. Extremsport. Fallschirmspringen – Sky-Surfing. B.A.S.E.-Jumping. Mountainbiking – Speedbiking. Skispringen. Inbegriff eines Extremkletterers. Surfen und Wellenreiten
Was spricht sich in der Sucht nach dem »Kick« aus? Der natürliche Erlebnishunger. »Wilde Menschen«. Der schützende Rahmen. Lust am Risiko. Vertigo – Konfrontation. Der Adrelaninstoß. Entkörperung – Überleben. Was liegt dem Glücksgefühl eigentlich zugrunde?
Nervenkitzel ohne Risikobewusstsein: Sinnlose Wetten und Spiele mit oft tödlichem Ausgang. Mit Ecstasy in den Tod. Internet und Cyberspace. Video- und Computerspiele
Was spricht sich in Grenzüberschreitungen aus? Spaß und Sehnsucht nach Gemeinschaft. Die Reise in die Körperlosigkeit. Der Verlust der Wirklichkeit. Der Mangel an Herausforderungen. Das ganze Leben ein Abenteuer. Die Geschichte der Kindheit
Gibt es eine Mitte zwischen den Extremen? Der Astronaut. Verändert sich der Mensch durch Weltraumerfahrungen? Der Pilot. Der Artist. Der Tänzer. Der Chirurg
Die »mittlere Säule«: Besonnenheit und Disziplin. Gliederung der menschlichen Wesenheit aus anthroposophischer Sicht. Die Aufspaltung von Denken, Fühlen und Wollen
Ausblick: Die neuen Fähigkeiten. Spirituelle Erfahrungen. Antworten auf die Zeitphänomene. Kritische Bemerkungen
Anmerkungen - Herangezogene Literatur

Freitag, 11. Dezember 2009

Kreativitätsförderung

Kreativität ganz groß - Anregungen zur ganzheitlichen Kreativitätsförderung
Bestell-Nr.: R0725-000030, Broschüre, Alter Preis: 37,00 EUR, Einzelpreis: 24,95 EUR inkl. MwSt.+Versandkosten, Sie sparen: 12,05 EUR
Kreativität ist ein vielschichtiger Bereich, der das Leben bunt und reich macht. Oft wird Kreativität jedoch nur in Zusammenhang mit Malen und Basteln gebracht. In dieser Broschüre werden Ihnen aber auch vielfältige Möglichkeiten zur Kreativitätsförderung in den Bereichen Denken und Sprechen, Musizieren, Mediennutzung, Singen, Experimentieren, Tanzen, Umwelterfahrung, Farbgestaltung, Spielen, Bewegen, Darstellendes Spiel und Werken vorgestellt.
So erfahren Sie zum Beispiel, wie Sie die Kinder im Wasser zur Bewegung anregen, wie Sie mit den Kindern gemeinsam Körperinstrumente „erfinden“ und wie Sie Gegenstände beim Tanzen integrieren können. Diese und viele andere Anregungen können Sie mit den Kindern bei gezielten Angeboten und während des Freispiels umsetzen und erweitern. Seien Sie kreativ dabei!
Aus dem Inhalt
* Beobachtungen zur Kreativität: Einzelbeobachtung Förderbedarf und Fähigkeiten
* Teamarbeit zur Kreativitätswerkstatt: Ideensammlung
* Kreativitätsförderung Denken und Sprechen: Kleine Detektive im Einsatz
* Kreativitätsförderung Tanzen: Tanzen mit Gegenständen
* Kreativitätsförderung Umwelterfahrung: Garten anlegen
* Kreativitätsförderung Experimentieren: Experimentieren mit Wasser
* Kreativität und Elternarbeit: Gesprächsleitfaden Elterngespräch - Hier bestellen

Dienstag, 8. Dezember 2009

Kinder - Medien - Computer

Edwin Hübner
Medien und Gesundheit - Was Kinder brauchen und wovor man sie schützen muss
248 S., 14 Abb., brosch., ISBN 3-932386-94-9, EUR 18,80 (D), EUR 19,50 (A), sFr 33,20
Fernsehen, Computer und Handys sind zu selbstverständlichen Gegenständen des Alltags geworden. Wir nutzen sie tagtäglich und denken selten darüber nach, ob ihre Verwendung unabhängig von dem Zweck ihres Gebrauchs unterschwellige Wirkungen auf uns hat. Es zeigt sich aber erwiesenermaßen, dass die Nutzung moderner Informationstechnik unerwünschte Nebenwirkungen hat - besonders auf Kinder. Zu den großen Problemen in der heutigen Kindheit gehören Bewegungsmangel und dadurch bedingte Gesundheitsstörungen wie Übergewicht und Diabetes. Hinzu kommen der zunehmende Sprachverfall und die Abnahme elementarer kreativ-denkerischer Fähigkeiten. Die Folgen der technischen Umwelt und das tägliche stundenlange Sitzen vor dem Bildschirm zeigen sich auch in einer Abstumpfung gegenüber fremder und eigener Gewalt. Auch das Handy haben die Jugendlichen als festen Bestandteil in ihre Kommunikationsstrukturen integriert.
Aber immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass die Strahlung der Mobilfunkgeräte langfristig schwere gesundheitliche Risiken mit sich führt. Der Autor belegt eine Fülle alarmierender Tatsachen, die zur Kenntnis genommen werden müssen. Fernseher, Computer und Handy lassen sich nicht aus der Welt verbannen. Es kann sich daher in der Erziehung nur darum handeln, wie man Risiken minimiert, und vor allem, wie man in den Kindern gesundende Kräfte fördert und stärkt. Hier gibt das von Aaron Antonovsky und anderen Medizinern entwickelte Konzept der Salutogenese den Erziehern entscheidende Hinweise und Hilfen. Von diesem Gesichtspunkt aus lassen sich grundsätzliche Aspekte für eine gesunde Erziehung im technischen Zeitalter gewinnen. Es geht dem Autor nicht darum, die Medien zu verteufeln. Modeme Technik ermöglicht uns einen hohen Lebensstandard und ist nicht nur in der Medizin außerordentlich segensreich. Die Zukunft der Menschheit ist ohne Technik nicht denkbar. Diese helle Seite der Technik darf aber nicht die Augen vor ihrer Kehrseite verschließen. Auf diese dunkle Seite möchte das Buch aufmerksam machen. Es will daher nicht technikfeindlich sein, sondern allein medienkritisch.

Edwin Hübner
Mit Computern leben. Kinder erziehen – Zukunft gestalten
Vorwort von Prof. Dr. Ernst Schuberth, 352 S., 28 Abb., brosch., ISBN 3-932386-47-7, EUR 22,00 (D), EUR 22,80 (A), sFr 39,50
Computer gehören heute genauso zum Alltag wie Autos. Großartige Möglichkeiten eröffnen sich durch die neuen Techniken. Müssen wir aber deswegen schon im Kindergarten mit einer Computer-Früherziehung beginnen? Verbaue ich meinem Kind die Zukunft? Hat Online-Lernen genauso pädagogische Nebenwirkungen, die wir viel zu wenig beachten? Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, Kindern den notwendigen Computerunterricht zu geben? Viele Eltern sind verunsichert.
In diesem Buch wird der werdende Mensch in den Mittelpunkt gestellt. Die kindliche Entwicklung ist der Maßstab, an dem die Erziehung der Zukunft gemessen wird. Computer, Internet und Online-Lernen drängen sich in Schulen und Elternhäuser. Milliarden werden für neue Computer, Lernsoftware und Internetanschlüsse in Heim und Schule ausgegeben. Der pädagogische Nutzen dieser Investitionen wird aber nur selten kritisch hinterfragt. Aus Sorge, dass ihre Kinder den »Anschluss an die Zukunft« verlieren, statten Eltern sie mit Lernprogrammen aus. Dabei wird übersehen, dass der Umgang mit Lernsoftware bedenkliche Nebenwirkungen hat. Dem Umgang mit Computertechnik müssen orientierende und leitende Aspekte gegenübergestellt werden, wenn nicht Kreativität, Teamfähigkeit und Selbstständigkeit verloren gehen sollen.
Das heißt, der Vernetzung von Elternhaus und Schule muss eine Verstärkung der menschlichen Beziehungsnetze zur Seite gestellt werden. Das erfordert eine neue Aufmerksamkeit bei Eltern und ein radikales Umdenken in den Schulverwaltungen und den Schulen selbst. Am Menschen und seiner kindlichen Entwicklung hat sich Schule und Unterricht zu orientieren – an nichts anderem! Das schließt den Umgang mit Computern und Internet keineswegs aus, gibt ihm aber seinen angemessenen Platz.
Der Autor wirbt engagiert für eine Schule der Zukunft, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. Er plädiert für eine Erziehung, die den Computer nicht ausschließt, ihm aber den richtigen Platz im Rahmen der Schulzeit zuordnet. Er fordert eine Schulpolitik, die den realen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht wird. Daraus ergeben sich überraschende Vorschläge für Erziehung und Schule, die quer zu gängigen Auffassungen stehen. Eltern finden zudem Gesichtspunkte und Anregungen, wie sie ihren Kindern helfen können, wirklich medienkompetent zu werden.

Aus dem Inhalt
Die Maschine: Unsere neue Welt. Vom Wesen des Computers. Der Zerfall des Gedankens. Die geronnene Regel. Die Implosion von Raum und Zeit. Weltmaschine. Illusion der Oberfläche. Ein Streifzug durchs www. Folgen?
Die Maschine und der Mensch: Der wahrnehmende Mensch. Wie wirkt der Bildschirm? Der heimliche Lehrer. Die Maschine im sozialen Leben. Sucht
Mit der Maschine lernen: Lernsoftware • Dressur zur Benennung • Unwahrhaftigkeit • Spielen? • Der kleine Fließbandarbeiter • Trivialität • Handlungsorientiertes Lernen? • Amüsieren und Lernen?
Internet: • Schulen ans Netz? • www.tod.de • Jedem seine eigene Maschine • Porno? • www.referate.de • Klüger durch das Internet? • Zeit sparen?
Schule: • Der Sog • Euphorische Erwartungen • Die Begründung • Erfahrungen der Vergangenheit • Computer, Fernsehen und Familienleben • Kampf um den Markt »Schule« • Schule im Wandel der Zeit • Schule als Rohstofflager • Pädagogik ohne Lehrer? • Den Sinn der Schule wieder finden
Der Mensch: Die Entwicklung in der Kindheit. Die drei Fragen des Jugendlichen. Das junge Erwachsenenalter. Das mittlere Erwachsenenalter. Das späte Erwachsenenalter. Der Zusammenhang der verschiedenen Lebensalter. Der geistige Mensch
Erziehen im Zeitalter der Maschinen
Schule – das sind die Menschen: • Die Gemeinschaft • Demokratie wagen • Innere Bedingungen der Schule • Grundfragen der Zukunft • Schule – im Mittelpunkt steht der Mensch • Eltern und Lehrer gemeinsam
Lernen: • Was heißt Lernen? • Der Schlaf • Lebendige Begriffe • Interesse • Die Individualität
Erziehungsaufgaben: • Die Welt der Maschinen – Zerrbild des Menschen • Gewinn und Verlust • Das Grundrecht auf einen kindgemäßen Entwicklungsraum • Bewegungsraum • Sprachraum • Zeitorte schaffen • Lesen • Phantasiebilder • Primärerfahrungen • Selbstdisziplin • Kreativität • Musizieren oder Surfen? • Computerunterricht
Menschliches Bewusstsein und Maschinen: Die Vorzeit. Die Entdeckung des Denkens. Das Mittelalter. Die Uhr. Die Neuzeit. Ein neues Menschbild. Evolution der Maschinen. Maschinelle Intelligenz. »Mach’s gut Mensch«
Menschheitszukunft: Bewusstsein und Technik. Neue Innenwelten. Das neue Bildbewusstsein. Die neuen Fähigkeiten. Wissenschaft vom Geistigen. Der Doppelgänger. Eine neue Welt. Ein Gleichgewicht finden. »Das Gegengewicht muss geschaffen werden«. Technische Spiegelungen. Die Chance

Der Märchenerzähler Rudolf Geiger

Rudolf Geiger
»… vergnügt bis an ihr Ende …« Ein Leben mit Märchen – Erfahrungen und Einsichten
160 S., Klappenbroschur, ISBN 3-932386-68-X, EUR 17,80 (D), 18,50 (A), sFr 30,60
»Also erhielt er die Krone und hat lange in Weisheit geherrscht.« Diese Märchenworte möchte man im Gedenken an den großen Märchenerzähler Rudolf Geiger (1908-1999) aussprechen. Es kann als sein Vermächtnis gelten, was er hier niedergeschrieben hat an Wort gewordenen Erfahrungen, leisen Wegweisungen und Anregungshilfen. Sie wollen nicht einer Verbreitung des Märchens dienen, sondern seiner Vertiefung. Der Autor sucht dem Wesen des Märchens auf den Grund zu gehen, fragt nach dem Gehalt, nach den Wahrbildern, sucht die darin verborgenen Geheimnisse zu entschlüsseln, die »Grausamkeiten« zu deuten, die selbst aus heutigem Sprachgebrauch verständlich werden können, aber auch im Zusammenhang gesehen werden müssen mit wohlverdienter Strafe, Gnade und nicht zuletzt wundersamer Verwandlungskraft.
Ein besonderes Anliegen ist Geiger der »Biss« der Sprache in den Grimmschen Märchen. Gerade an Reaktionen von Kindern wird deutlich, wie sie die kernige Märchensprache lieben, wie sie ihre Freude daran haben, wie sie sich darin wohlfühlen, wenn sie mit spontanem Entzücken beim Zuhören Wörter wiederhohlen wie »Bricklebrit« oder »Hunkepuus«. Seine geschilderten Erlebnisse mit kleinen, aber auch erwachsenen Zuhörern vermitteln einen Eindruck von der Stimmung, die in seinen Märchenstunden geweckt wurde.
Der große Erzähler wusste: Beim Märchenerzählen, so es denn lebendig gestaltet wird, lebt der Zuhörer mit, was die Märchenhelden zu erleiden oder zu überwinden haben, auch, wo sie versagen oder neu beginnen müssen. Für ihn persönlich waren die Märchen ein Lebenselement, das ihn durch neun Jahrzehnte intensiv begleitet hat. Als Erzähler hat er an sich selbst erfahren, dass sie ein sich immer erneuernder, unausschöpflicher Schatz sein können, vor allem, wenn man sich tief in die Märchensprache einlebt. Durch sein Erzählen wollte er in seinen Zuhörern die Lust erwecken, selbst in das Märchen einzutauchen. Das will sagen: Seht, was da alles verborgen liegt, habt ihr das gewusst? Das ist auch ein Anliegen dieses Buches.

Inhalt
Vom Wesen des Märchens: Versuch einer Annäherung in Fragmenten - Darf man Märchen verändern? - Die Worttreue der Alten - Von der weissagenden Frau zur Erzzauberin – Warum schweigen die Väter? - Seitenblick auf die Wissenschaft - Vom lebendigen Wort in alter und neuer Zeit
Zum Erzählen der Märchen: Jeder kann erzählen! Kann es wirklich jeder? - Gibt es ein Entdeckerrecht im Märchen? - Vom Titel der Märchen - Grenzen der Aneignung – Mundart-Märchen - Vom Drum und Dran - Von den Versen im Märchen und vom sprachlichen Biss - Der Erzähler und sein Märchen - Erfahrungen beim Erzählen: »Der Eisenofen« – und die Sprache der »Viehmännen«
Angstschwellen im Märchen: Zur Grausamkeit im Märchen - Wer hat Angst – das Kind - der die Mutter? - Von Strafe und Vergeltung - »Ich will Gnade ergehen lassen« - Tiere im menschlichen Charakter
Märchenwirkungen – unterwegs notiert: Echo der Hörer
• Religiöse Wahrheiten im Märchen • Unerwartete Klippen • Gibt es Zwerge und Elfen? • Blinden Kindern erzählen • Das eine Märchen immer wieder • Die schöne Sprache • Die Erstfassung • Stimmen zum Auswendiglernen von Märchen
Anhang
Nachtrag zur Ur-Natur des Erzählens: • Die Brüder Schlegel im Wettstreit • Elias Canetti in Marrakesch • Wie soll man Geschichten erzählen? • Ein irischer Erzähler • Der alte Cazaux aus der Gascogne
Stimmen, die mich begleiteten: • Sören Kierkegaard: Mensch und Sprache • Friedrich Wilhelm Schelling: Zur Interpretation • Jean Paul: Kind und Verstehen der Sprache • Johann Wolfgang Goethe: Zum Märchenverständnis • Pestalozzi: Die Schale zu früh zerschlagen • Ukrainisches Sprichwort • Seneca • Marie von Ebner-Eschenbach: Zirlipinzigen • Der griechische Erzähler Yoany endete immer mit den Worten • Egon Friedell: Zu den Brüdern Grimm • Maurice Sendak: Zu den Brüdern Grimm • George Bernhard Shaw
• Das Wort eines Kindes
Rudolf Geiger – Lebenslauf Jürgen Janning - Werke von Rudolf Geiger