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Samstag, 28. Mai 2011

Gottesbilder im Mittelalter

Kurt Flasch
Was ist Gott? - Das Buch der 24 Philosophen
- Lateinisch - Deutsch
C.H.Beck 2011, 128 S., Ppb.,  ISBN 978-3-406-60709-7, € 11,95
Das 'Buch der 24 Philosophen' ist einer der geheimnisvollsten und wirkungsmächtigsten philosophischen Texte des Mittelalters. Angeblich geht das Buch auf Hermes Trismegistos zurück. Doch wahrscheinlich stammt es aus dem 12. Jahrhundert. Auf die Frage 'Was ist Gott?' geben vierundzwanzig philosophische Meister eine Antwort. Die vierundzwanzig Definitionen (z.B. 'Gott ist eine unendliche Sphäre, deren Mitte überall und deren Umkreis nirgends ist') haben das philosophische und spekulative Denken durch viele Jahrhunderte bis in unsere Zeit angeregt. Kurt Flasch hat diesen Klassiker erstmals ins Deutsche übersetzt und in diesem Band kommentiert herausgeben.

Rezension (Auszug): " ... Das Buch der 24 Philosophen zeigt: Ein himmlischer Übervater, der irdischen Sündern mit Höllenfeuer droht, war im Mittelalter bei Weitem nicht die einzige Antwort auf die Frage "Was ist Gott?" ... " dradio

Samstag, 26. März 2011

150 Jahre Rudolf Steiner (1861-1925)



Am 27. Februar 2011 jährt sich der Geburtstag des bedeutenden österreichischen Philosophen Rudolf Steiner (1861-1925) zum 150. Mal. Der Begründer der Waldorfschulen, der anthroposophischen Geisteswissenschaft und Pionier der biologisch-dynamischen Landwirtschaft war einer der einflussreichsten Reformer des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen und Innovationen inspirieren bis heute Unternehmer, Künstler und Wissenschaftler auf der ganzen Welt und prägen in vielfaltigen Formen unser Kultur- und Alltagsleben ... (Mehr dazu) 
Wolfgang G. Vögele (Hrsg.)

Der andere Rudolf Steiner - Augenzeugenberichte, Interviews, Karikaturen

Futurum Verlag, 403 S., geb., br., ISBN 978-3-85636-226-3, EUR 18.80, CHF 24.80 /
Rudolf Steiner war ein Mann der Öffentlichkeit. Er lebte und wirkte in seiner Zeit mit einer Energie und Intensität, die alle Grenzen des Gewöhnlichen sprengten. Begeisterung und Befremdung polarisierten seine Zuhörer; kalt jedoch ließ er keinen. An Anekdoten und Memoiren von anthroposophischer Seite mangelt es nicht. Wie aufmerksam ihn aber auch seine übrigen Zeitgenossen wahrnahmen, ist kaum bekannt. Diese Lücke schießt die vorliegende Anthologie mit über 70 weitgehend unbekannten Augenzeugenberichten und Schilderungen von Schriftstellern, Publizisten, Künstlern und anderen Menschen, die Steiner begegnet sind, ohne sich – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – seiner Bewegung anzuschließen. So ergibt sich eine faszinierende, knapp und sachkundig kommentierte Dokumentation, die Steiner facettenreich porträtiert. Das Buch, das auch etliche Interviews sowie Satiren und Karikaturen enthält, liefert einen erfrischenden Forschungsbeitrag zu einem vielschichtigeren Verständnis von Steiners Werk und Wirkung aus der Sicht seiner Zeitgenossen.
 
Manfred Kannenberg: Rudolf Steiner in Berlin
Impulse, Begegnungen und Wirkensstätten in Berlin 1897 – 1923..Einträge in die Zukunft
2011, 192 S., kt., ISBN 978-3-03769-028-4, € 19.–, sFr. 26.–
Berlin – das ist die Stadt der Veröffentlichung der Anthroposophie. Hier stellt sich Rudolf Steiner seit 1897 hinein in die philosophischen, literarischen, künstlerischen und sozialpolitischen Strömungen seiner Zeit, charakterisiert sie, sucht ihren Dialog und inspiriert sie. Er verkehrt im Klub Die Kommenden von Ludwig Jacobowsky ebenso wie im Kreis der Freien Hochschule und des Giordano-Bruno-Bundes; er unterrichtet jahrelang an Wilhelm Liebknechts Arbeiterbildungsschule, spricht vor siebentausend Druckern und Setzern zum Gutenberg-Jubiläum und geht auf die theosophische Bewegung zu. Es ist der Ort, an dem er seine wesentlichen Schriften schöpft, Zeitschriften gründet und herausgibt und an dem er zwischen 800 und 1000 Vorträge hält, großenteils für die Öffentlichkeit, regelmäßig im Architektenhaus und mehrfach in der Philarmonie. Hier ereignen sich seine unzähligen Lebensbegegnungen mit MitarbeiterInnen und SchülerInnen der geisteswissenschaftlichen Bewegung.

Liest man die Fülle der Dokumente, Impulse und Initiativen heute neu, kann einem zur Sicherheit werden, wie sehr sie auf Zukunft angelegt sind.

Freitag, 18. Dezember 2009

Dalai Lama

Dalai Lama
Meine spirituelle Autobiographie
Erscheint im April 2010, Aus dem Französischen von Inge Stadler, detebe 23941, brosch., 320 S., ISBN 978-3-257-23941-6, ca. € (D) 9.90, sFr 17.90, € (A) 10.20
Erschienen im Juli 2009, Ln., 320 S., ISBN 978-3-257-06736-1, € (D) 22.90, sFr 40.90, € (A) 23.60
Der Dalai Lama, geistliches und weltliches Oberhaupt der Tibeter und Vorbild für Millionen von Menschen aller Konfessionen, schaut zurück auf sein Leben: auf seine Kindheit, seine Auffindung, seine Lehrzeit, seine Begegnungen. Dabei gewährt er neben dem Einblick ins Persönliche auch einen Ausblick auf die Fragen der Zukunft - Leseprobe (pdf)
Leseprobe aus dem Blog der Meditationsgruppe Wettingen (Auszug): " ... Vergänglichkeit und Gegenseitige Abhängigkeit, oder: Die Welt sehen wie sie ist Text aus dem Buch; Dalai Lama “ Meine spirituelle Autobiographie“
Der Buddhismus bietet eine Methode an, die uns hilft uns zu verbessern. Dabei versuchen wir, die wahre Natur der Dinge zu erkennen, ohne uns vom äusserlichen Schein trügen zu lassen. Die Phänomene, die sich unseren Wahrnehmungsorganen darbieten, haben keine höchste Realität. Nehmen wir das Beispiel eines Berges. Der Berg scheint heute der gleich wie gestern zu sein. Entstanden vor Tausenden von Jahren, repräsentiert er eine Kontinuität in der Welt der Erscheinungen. Auch wenn man eine relative Stabilität in seiner Erscheinung feststellen kann, muss man doch zugeben, dass sich bei genauer Analyse jedes seiner Teilchen sich ständig verändert. Diese Veränderungen, die im unendlich kleinen stattfinden, werden von unserem Geist als Kontinuum wahrgenommen. Diese wahrgenommene Beständigkeit ist nichts als eine Illusion, denn nichts bleibt sich selbst gleich, es gibt keine zwei aufeinanderfolgendn Augenblicke, die sich vollständig gleich sind.
Nach dem Beispiel des Berges nehmen wir das der Blume, deren Vergänglichkeit und Unbeständigkeit offensichtlich sind. Die Blume, die heute in voller Blüte steht, war zuerst ein Same, dann eine Knospe. Diese Veränderungen veranschaulichen die subtile Unbeständigkeit eines jeden Augenblicks. Diese Unbeständigkeit ist die wahre Natur der Blume: Kaum das sie aufgeblüht ist, verwelkt sie. Ob es sich nun um einen Berg oder eine Blume handelt, wir müssen uns an die Vorstellung gewöhnen, dass ein Phänomen im Moment seines Erscheinens bereits die Ursache für sein Ende in sich trägt ... " Zur Leseprobe

Sonntag, 13. Dezember 2009

"Jeder Mensch ein Künstler" Joseph Beuys

Wolfgang Zumdick
PAN XXX ttt - Beuys als Denker. Sozialphilosophie – Erkenntnistheorie –Anthropologie
100 S., 20 Abb., Klappenbroschur, ISBN 3-932386-56-6, EUR 12,80 (D), EUR 13,30 (A), sFr 23,40
»Es kommt eine Zeit, in der der Zeit- und Wärmebegriff den Raumbegriff erweitert.« Joseph Beuys
Beuys’ wohl berühmtester Satz: Jeder Mensch ist ein Künstler, war niemals nur als Provokation oder als Sprengsatz gegen den »Materialismus«, gegen den er zeitlebens kämpfte, gedacht. Er ist die Essenz einer im Grunde lebenslangen Wesensbetrachtung: einer, fasst man diesen Begriff nicht zu eng, durchaus philosophisch zu bezeichnenden Wesensbetrachtung des Menschen und der Welt. Die hier vorliegende Schrift ist der Versuch einer Rekonstruktion. Sie geht zurück auf drei Vorträge, die der Verfasser in den letzten Jahren zu diesem Thema hielt. Er verfolgte mit ihnen niemals nur eine rein dokumentarische Absicht. Die neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen im Bereich der sogenannten »Gentherapie« und der Embryonenforschung zeigen erschreckend deutlich, dass das zeitgenössische Denken trotz seiner scheinbaren Dynamik auch weiterhin mechanistisch verharrt. Beuys war der Meinung, dass der Rubikon in dieser Hinsicht schon überschritten sei. Dass wir uns ihm zumindest nähern, zeigt die noch nachklingende philosophische Debatte um Peter Sloterdijk, der ja keineswegs in dem Rufe steht, ein »positivistischer« Denker zu sein. Die Therapie durch ein anderes, dem Menschen trotz all seiner Mängel zugewandten, aufbauenden Denkens ist aktueller als jemals zuvor.
Es war auf den Kriegsschauplätzen der Krim, wo Beuys als Bordfunker eines Sturzkampfflugzeuges den Notruf-Code PAN XXX ttt immer wieder senden musste.
Zwanzig Jahre später, er ist inzwischen Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, taucht das Kürzel in einer seiner spektakulären Kunstaktionen wieder auf. Etwa zeitgleich mit dem Bau der Berliner Mauer prägt Beuys ein Zeichen, das zum Symbol einer ganzen Generation hätte werden können. Beuys künstlerische Morsezeichen entstanden vor einer Szenerie des Untergangs. Er sandte sie gleichsam aus dem Cockpit einer in den Tod stürzenden Moderne hinaus. Und als solche wurden sie von den Zeitgenossen verstanden. Kaum anders wäre es zu erklären, dass Beuys inzwischen unbestritten als einer der einflussreichsten und bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts gilt.
Das Buch zieht die Gedankenkreise noch einmal nach, in denen Beuys seine Kunst entfaltet. Denn was nur wenigen bekannt ist: Seine spröde und verstörende, sich erst allmählich erschließende Kunst gründet in einer sokratischen Liebe zur Wahrheit und Erkenntnis, weswegen man Beuys nicht nur als einen Künstler, sondern mit gleichem Recht auch als einen Philosophen bezeichnen kann. Er selbst hat sein Denken weder ausgearbeitet noch als geschlossenes System überliefert, denn das hätte seiner Forderung nach Offenheit widersprochen, hätte vermutlich sogar seinen künstlerischen Ansatz konterkariert. Aber die Fragmente lassen sich zu einem Bild zusammensetzen, und dieses lautet: PAN XXX ttt.
Inhalt: • Einführung • Ein neugeborenes Kind als Direktor • Vom Ursprung der Freiheit als dem Grund der Kunst • Gong: h = der Mensch • Anmerkungen • Literaturhinweise • Register - Mehr zu Joseph Beuys: "Alles ist Skulptur"