Freitag, 20. Mai 2011

Naturheiligtümer am Bodensee

Kurt Derungs
Magischer Bodensee
- Reisen zu mythischen Orten
edition amalia, 192 S., zahlreiche wunderbare Fotos in Farbe, Broschur mit Klappen, ISBN 978-3-905581-31-7, EUR 22.90, CHF 38.90
Der Bodensee im Herzen Europas ist eine landschaftliche Schatzkammer. Schon in der Frühgeschichte lebten hier Menschen in Pfahlbauten, dann folgten Kelten und Alemannen. Rund um den Bodensee haben sie sagenumwobene Orte verehrt: Kultsteine, heilige Inseln, Quellen der Heilkraft und mystische Vulkanberge. In Höhlen fanden sie den Zugang zur Anderswelt und in heiligen Landschaften erkannte man eine göttliche Ahnfrau. Und auch die christlichen Heiligen konnten sich der magischen Orte am Bodensee nicht entziehen.

Über 30 beschriebene Reiseorte machen die sagenhaften Plätze für uns heute wieder erlebbar. Vor uns entsteht ein sorgfältig recherchiertes Bild der mythischen Orte, die schrittweise ihre Geheimnisse preisgeben. Durch die kenntnisreichen Zusammenhänge gelingt es dem Autor, das Wesenhafte der Naturheiligtümer vor unserem inneren Auge entstehen zu lassen. Vertrautes und Bekanntes wie zum Beispiel die Insel Reichenau stehen plötzlich in einem ganz neuen Licht. Damit kann die persönliche Entdeckungsreise in diese zauberhafte Seelandschaft beginnen.

Aus dem Inhalt: MYTHISCHE ORTE
ARBON  Fußstein des Gallus
BETENBRUNN  Kultstein am Quellort
BIRNAU-SEEFELDEN  Menhir und Gericht
ENGEN  Ahnfrau und Kultberg Hohenhewen
ERISKIRCH  Quelle der Heilkraft
HEIDEN  Rutsch- und Kindlistein
HEILIGENBERG  Kultstätte und Gerichtslinde
HOHENKRÄHEN  Kultberg des Poppele
HOHENTWIEL  Himmelsberg im Hegau
HORN  Menhir mit Gesicht
INSEL MAINAU  Blumen und Pfahlbau
KISSLEGG  Altarstein und Feenort
KONSTANZ  Gaben an die Flußgottheit
LEUTKIRCH-SALEM  Menhir und Killenweiher
LINDAU  Hexen- und Fußsteine
MEERSBURG-UHLDINGEN  Wasserstadt und Goldkessel
MESSKIRCH  Tempel der Diana
SCHAFFHAUSEN  Steinzeithöhle und Rheinfall
SIPPLINGEN-LUDWIGSHAFEN  Kultgefäß und Churfirsten
ST. GALLEN  Himmelsberg und Wasserfrauen
STEIN AM RHEIN  Insel Werd
STOCKACH  Menhir und Nellenburg
SULZBERG  Marienlinde und Heilquelle
ÜBERLINGEN-GOLDBACH  Heidenhöhlen
ÜBERLINGEN-LIPPERTSREUTE  Maria im Stein

Samstag, 7. Mai 2011

Eine Adoptionsgeschichte (in zwei Bänden)

Anne Flock: Die blaue Spur
280 S., € 14,95 *)
Sophie wurde am 01.10.1957 in Norddeutschland geboren. Am 24. April 1962 wird sie von Gustav, dem kinderlosen Cousin ihrer leiblichen Mutter,und seiner Ehefrau Inge adoptiert. Hinter Sophie liegt ein dreimonatiger Heimaufenthalt und eine Vergangenheit, die aus ihrer Erinnerung gelöscht ist. Mit großer Freude stürzt sie sich ihren neuen Eltern in die Arme. Im Schlepptau zieht sie ihren Eineinhalbjahre jüngeren Bruder Robert mit, der mit ihr das gleiche Schicksal teilt. Zwanzig Jahre später, am 3. Juno 1982, wird Sophies erstes Kind Sophia geboren. Ein Wendepunkt. Sophie macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Das Treffen ist unbefriedigend und die Geschichte ist für Sophie abgeschlossen. Zehn weitere Jahre später am 16. März 1992 wird Sophies zweites Kind Franz geboren. Es ist viel geschehen. Die Schatten der Vergangenheit kehren zurück.

Die Geschichte um Sophie beschreibt das Schicksal und die Tragödie vieler Personen einer Familie über mehrere Generationen hinweg, in deren Mittelpunkt die drei Schwestern Margret, Maria und Sophia-Gertrud stehen. Nicht nur Sophies Mutter Margret war nicht in der Lage, ihre Kinder selbst großzuziehen, auch Margrets um ein Jahr jüngere Schwester Maria musste ihr erst geborenes Kind in ein Heim geben. Die jüngste der drei Schwestern, Sophia-Gertrud kehrt 1972 Deutschland den Rücken, folgt einem amerikanischen Offizier in die USA, und lässt zwei Söhne in Deutschland zurück.

Sophie sucht und findet am 27. September 1995 ihre Mutter ein zweites Mal. Mit anderen Erwartungen und einem veränderten Blickwinkel auf die zurückliegende, erforschte Geschichte, kann sie ihre Mutter mit anderen Augen sehen und annehmen.


Anne Flock: Suchlauf
350 S., € 18,95 *)
In ihrem zweiten Buch sucht Sophie weiter. Ihre Tante Sophia-Gertrud macht sie in den USA ausfindig und besucht sie am 3.November 1997 in Verbindung mit ihrem New York Marathonlauf. Ihren leiblichen Vater sieht Sophie nach 36 Jahren am 27. März 1997 auf der Intensivstation der Herzklinik in Würzburg wieder. Ihre Cousins, die Söhne ihrer Tante Sophia-Gertrud, findet Sophie in einer holländischen Kleinstadt, dort, wo diese vor 25 Jahren 8-und 9jährig von einem holländischen Ehepaar an Kindesstatt angenommen wurden.

Parallel dazu gerät ihre 17 jährige Tochter in eine schwere Krise, die Sophie in ihren eigenen verleugneten Schmerz führt, und der zum Schluss für alle heilsam wirkt. Die Lebensgeschichte von Sophie ist eine von vielen. Sie ist an die Leser gerichtet, die sich mit dem Thema Adoption auseinandersetzen müssen und wollen. Es geht nicht um Gut und Böse (auch wenn es manchmal so scheint ). Vielmehr zeigt sie uns Verwicklungen, Hilflosigkeit und den tiefen nicht verarbeiteten Schmerz auf allen Seiten der betroffenen Parteien. Sophie verarbeitet ihren Schmerz, in dem sie in ihn hineingeht und sich von falschen Vorstellungen befreit. Sie sieht, fühlt und versteht. Im Alter von 49 Jahren, schaut Sophie auf eine Geschichte zurück, die das Leben ihr schrieb.Tragik, Sehnsucht, Hoffnung, Zufall, Liebe und Glück sind die Bausteine.

Am 16. Dezember 2007 erhält Sophie eine E-mail aus Japan mit einer Bitte um Hilfe. Mit dem erfüllen des geäußerten Wunsches nimmt die Geschichte um Sophie ein Ende, an dass keiner mehr geglaubt hat. 

*) Die Bücher sind nur direkt über Adoption Selbstverlag zu beziehen!

Siehe auch unseren neuen Blog

Samstag, 30. April 2011

Vom Möwenlied bis zur Mitternachtsmaus

Mit Morgenstern ins Reich der Tiere 
Thorbecke 2011, 64 S. mit zahlreichen farbigen Illustrationen, geb mit Halbleinen, ISBN: 978-3-7995-0297-9. € 8,90
Wer kennt sie nicht: das Mondschaf, das Nasobem, das ästhetische Wiesel auf einem Kiesel im Bachgeriesel? Doch wissen Sie auch, woher das Perlhuhn seine Perlen hat und der Apfelschimmel seine Äpfel? Die schönsten Tiergedichte von Christian Morgenstern sind in diesem Band zusammengestellt und originell und fröhlich illustriert.



Donnerstag, 28. April 2011

Zum 90. Geburtstag von Joseph Beuys (12. Mai 1921 - 23. Januar 1986)

Rainer Rappmann (Hrsg.)
Denker, Künstler, Revolutionäre - Beuys, Dutschke, Schmundt, Schilinski: Vier Leben für Freiheit, Demokratie und Sozialismus
Mit Beiträgen von Joseph Beuys, Heinrich Böll, Wilfried Heidt, Karlheinz Flau, Henning Köhler, Walter Kugler, Rainer Rappmann, Ulrich Rösch, Peter Schilinski, Wilhelm Schmundt, Johannes Stüttgen und Ulle Weber.
FIU-Verlag, 180 S., 130 Abb., ISBN : 978-3-928780-13-1, 24,00 Eur[D] / 24,70 Eur[A] / 37,00 CHF

Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben: Diese qualitativen Unterschiede im Begreifen der Ideale der Französischen Revolution hat zum ersten Mal Rudolf Steiner vollzogen. An seine Forschungen als auch konkret realgeschichtlichen Bemühungen knüpften bewußt Wilhelm Schmundt und Peter Schilinski an, aber auch Joseph Beuys, der wiederum mit den beiden Letztgenannten intensive Erkenntnis- und Arbeitskontakte pflegte. Nicht mit Steiner, aber mit Schilinski und Beuys hatte Rudi Dutschke persönlichen Kontakt, der von demselben Geist, nicht aber von seiner identischen Auslegung, wie sie von Steiner vorgetragen wurde, angeregt war. Es bestand ein menschlich-schicksalhafter Zusammenhang zwischen den Genannten, und die hier angesetzte Betrachtung geht davon aus, daß die jeweilige Dreigliederungsauslegung und -ausführung die Erkenntnis und Tat jeweils einer ganz bestimmten Persönlichkeit ist. (Rainer Rappmann/Hrsg.).

Was verbindet die Namen Joseph Beuys, Rudi Dutschke, Peter Schilinski und Wilhelm Schmundt? Es ist der rote Faden eines emanzipatorischen Menschheitsimpulses, der geschichtlich in einem Fall als Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, in einem anderen in der Begrifflichkeit "Dreigliederung des sozialen Organismus", "Freier demokratischer Sozialismus" oder "Soziale Plastik" in Erscheinung getreten ist und der das Gesicht und die Handschrift unterschiedlichster Menschen getragen hat und trägt. Hierzu gehören nicht nur – aber doch in ganz besonderer Weise – die vier Menschen, um die es in dieser Publikation geht. Sie haben ihr Leben diesem Impuls gewidmet. – Das Buch verfolgt ihre Spuren von Mitte der 40er bis Ende der 80er Jahre, also über einen Zeitraum von über 40 Jahren und beleuchtet – insbesondere aus der Sicht von Weggefährten aber auch in Selbstzeugnissen – das WIE ihres Wirkens und Zusammenwirkens.

Aus einem Interview mit Joseph Beuys zur direkten Demokratie (Volksabstimmung)

Rappmann: Inwieweit wird eine zukünftige Gesellschaft von direktdemokratischen Formen geprägt sein?

Beuys: Eine zukünftige Gesellschaft muß selbstverständlich von direktdemokratischen Formen geprägt sein.

Rappmann: Es wird ja immer gesagt: Wir können nicht über alles und jedes abstimmen!

Beuys: Nein, das ist ja in dem Augenblick auch geklärt, wenn man eine Vorstellung vom sozialen Organismus hat – wie also das Recht im sozialen Organismus wirkt –, dann weiß man, daß nicht jedermann über alles abstimmen kann, sondern daß sich das Demokratische, d.h. das Rechtselement, abspielen muß nach verschiedener Weise, daß Grund- und Lebensrechte durchaus von der Mehrheit entschieden werden müssen, beispielsweise also, daß die Mehrheit durchaus partizipieren kann an der Herstellung einer Volksverfassung, einer demokratischen Verfassung, daß sie aber nicht Sach- und Fachfragen, wo Sachkenntnis die Voraussetzung für die Urteilsbildung ist, durch Mehrheitsbeschlüsse entscheiden kann, z.B. über das Schulrecht dieser oder jener Schule. Das kann nur ein Rechtselement sein, das von denen praktiziert wird, die substantiell diese Institute tragen, in Autonomie tragen. Das sind ja alles jetzt schon Zukunftsbilder; denn heute haben wir das Modell ja nicht. Die Waldorfschule ist ja auch keine autonome, sich selbst verwaltende Schule. Sie ist ja noch weitgehend abhängig und ist noch lange keine freie Schule. Aber ich meine, in dieser Vorstellung muß doch enthalten sein, daß demokratische Prozesse sich so abspielen und sich aus Mitgliedschaften abspielen. Mit 'Mitgliedschaften' meine ich ganz einfach aus Menschen heraus, die die Probleme am Ort dann kennen, die natürlich nicht plebiszitär rechtlich eingerichtet werden, sondern aus Eigeneinsichten sich rechtlich einrichten und dann natürlich nicht gegen die allgemeine Volksverfassung verstoßen dürfen, z.B. nicht gegen ein zukünftiges Finanzrecht verstoßen dürfen.

Das ist ja das große Bild der Rechtsform: der Stammbegriff der Rechtsform. Auf den müssen wir immer schauen. Das ist das, was die Volksverfassung ist, was die demokratische Verfassung ist. Sie bezieht sich ja gar nicht auf Vorgänge in den einzelnen Unternehmungen. Rechtsformen, die sich ja die einzelnen Unternehmungen für ihre Arbeit herstellen müssen, müssen also auf Eigentätigkeit der Mitgliedschaften an den jeweiligen Produktionsstätten ja geschehen. Also müssen demokratische Entschlüsse so und so plebiszitär in Gang kommen, aber auch durch die Unternehmungen in Gang kommen.

Das ist ja auch der totalisierte Kunstbegriff und damit bin ich ja auch ganz eng mit (Wilhelm) Schmundt zusammen, auf eine ganz andere Art und Weise zwar; denn in dem Augenblick, wo sich der Kunstbegriff totalisiert, bezieht er sich ja nicht nur auf die Kultur, sondern bezieht sich auf jede menschliche Tätigkeit: „Jeder Mensch ist Künstler!" D.h. die Kunst wird zum Modell des Gestaltens. Die Frage des Gestaltens ist also eine universelle und ist nicht nur interessant für Künstler etwa, sondern ist für jedermann interessant, aber ist auch die Frage, um zu Neugestaltungen in den verschiedenen Kraftfeldern der Gesellschaft zu kommen, eben im Kraftfeld der Freiheit, im Kraftfeld der Gleichheit und im Kraftfeld der Brüderlichkeit. Wenn sich dieser Kunstbegriff totalisiert, ist damit der Ökonomiebegriff totalisiert (vgl. hierzu J. Beuys: Das Museum, Wangen 1993, S. 44 ff).

Ja, das ist ganz klar. Das ist ein automatischer, selbstverständlicher Verlauf, wenn ich den Kunstbegriff sich nicht mehr beziehen lasse auf die Künstler oder die Kultur alleine, sondern sich beziehen lasse auf jedermanns Lebensformen, Gestaltungsfragen von jedermann und auf das ganze Problem des zu gestaltenden sozialen Organismus, dann ist dies die Weise der Produktion, ganz allgemein. Und damit ist geklärt, daß auch der Ökonomiebegriff sich totalisieren muß; denn er läuft ja gleich. Das ist ja ein sich integrierender Begriff.

Also, wenn ich jetzt die Kunst totalisiere über alle Kraftfelder des sozialen Organismus hinweg, springt mir von selbst der Begriff der Ökonomie zurück über alle Kraftfelder der Gesellschaft hinweg. Und es kann nur noch die Rede von 'Gestaltungen' sein: diese Gestaltung, diese Gestaltung und diese Gestaltung; diese Produktionsweise, diese Produktionsweise und diese Produktionsweise; diese Art der freien Unternehmen, diese Art der freien Unternehmen und diese Art der freien Unternehmen, nicht?

Und dann ist natürlich letztlich die Frage zu klären, wie sich das organisiert, wie das den Organismus durchzieht …

Mittwoch, 20. April 2011

Märchenzauber und Pflanzenwissen

Rainer Hohberg
Ein botanischer Märchengarten. Pflanzenmärchen und -porträts
 
Echino Media Verlag, 80 S., zahlr. ganzs., 4-farbige Illustr. u. Vignetten von Kerstin Ramm, Hardcover, Fadenheftung, ISBN: 978-3-937107-05-9, 14,80 €
Ein aufwendig farbig illustriertes Pflanzenmärchenbuch mit Märchen aus aller Welt und botanisch kulturgeschichtlichen Hintergrundinformationen zu den vorkommenden Pflanzen.

Märchenzauber & Pflanzenwissen. Pflanzen haben schon immer die Fantasie beschäftigt, durch ihre Formen, Farben und Düfte, ihre Heilwirkungen und die ihnen zugeschriebenen Zauberkräfte zum Fabulieren angeregt. Zwölf der schönsten Pflanzenmärchen aus aller Welt wurden für dieses Buch neu erzählt und liebevoll illustriert. Zu jedem Märchen vermittelt ein Pflanzenporträt spannendes botanisches und kulturgeschichtliches Hintergrundwissen. Mit zahlreichen Tipps zum Erkunden, Spielen, Basteln und Genießen. Ein Buch für Pflanzen- und Märchenfreunde. Ein Buch für Kinder, Eltern und Großeltern - für die ganze Familie.

Inhaltsverzeichnis

Einladung zum Gartenspaziergang

Im Rosenschloss
Rosa canina - die Wildrose mit märchenhaftem Flair

Das Kleeblatt
Trifolium pratense - Himmelsbrot und Glücksbringer

Der Duft der blutroten Schwertlilien
Das Duftgeheimnis der Schwertlilien

Das Märchen von der schönen Petersilie
„Petersilie, Sellerie - schönes Mädchen komm zu mir...“

Die Herkunft der Bananen
Paradiesfrucht und Speise der Weisen - alles Banane

Wie die Sonnenblume entstand
Helianthus - die Blume mit dem Sonnenantlitz

Die Prinzessin aus dem Walnussbaum
Die Walnuss - Sinnbild des Lebens und der Fruchtbarkeit

Warum die Narzisse traurig zur Erde blickt
Schön wie ein Narziss

Die Blaubeeren
Ein „bärenstarkes“ Kind der nördlichen Regionen

Das Holundermärchen
Holunder tut Wunder

Die Roggenkogge
Secale cereale - unser täglich Roggenbrot

Das Schachtelhälmchen
Das auffällig unauffällige Wesen der Schachtelhalme

Literaturauswahl

Osterlegenden, -Gedichte, -Geschichten

Maya Peter: Um Ostern mit Kindern
Geschichten, Gedichte, Legenden für Kinder bis zum 10. Lebensjahr
99 S., ISBN 978-3-7235-1404-7, € 14,00
Ostern ist ein Fest, das nicht so leicht wie Weihnachten gefeiert werden kann. Von Tod und Auferstehung kann man einem Kind noch nicht erzählen. Man braucht dafür Bilder, Erzählungen und Gedichte, in denen sich das Geheimnis der Verwandlung verbirgt. Der Osterhase versteckt das Osternestchen mit den Eiern. Man muss sie schon suchen und finden, nicht nur einfach als Geschenke entgegennehmen! In diesem Brauchtum steckt ein tiefer Sinn.
 
Das vorliegende Büchlein kann heranwachsende Kinder begleiten und bietet für jede Altersstufe eine Auswahl der schönsten Legenden, Gedichte und Geschichten.

Samstag, 16. April 2011

"Man sieht nur mit dem Herzen gut" (Antoine de Saint-Exupéry)

Sandra Schuster-Böckler, Illustrator: Florian Schuster-Böckler
Zauberwaldtrilogie, Band 1 - Zu Besuch bei Mantelbart
Für Kinder ab dem 5. Lebensjahr zum Vorlesen und für Jugendliche und Erwachsene, die das Herzen-Sehen nicht verlernen wollen
Informationslücke-Verlag 2011, gwb., 36 S., ISBN: 978-3-905955-17-0, 14,90 EUR, 25,00 CHF
Geschichten aus dem Zauberwald! Die Existenz der Zauberwälder ist bedroht. Die Menschen verlieren immer mehr ihre Gabe, das Herzen-Sehen. Die zwölfjährige Sarah wird diese Schulferien niemals vergessen. Nach ihrem Besuch bei Schneider Mantelbart fasst sie einen Entschluss. Sie will die Zauberwälder retten! Die Zauberwaldbewohner legen ihr Schicksal in Menschenhand - das hat es noch nie zuvor gegeben …


"Hallo Du, ja Dich meine ich, mein Name ist Oleandra, ich wohne im Zauberwald. Candelia ist meine Schwester. Ich möchte Dir eine Geschichte erzählen, sie handelt vom Herzen-Sehen und warum diese Gabe bedroht ist. Zuerst erzähle ich Dir von dem lieben Schneider Mantelbart, der in einem Fingerhut wohnt.Wenn Du Dir den Schneider genau anschaust, siehst Du, dass sein Schnurrbart auch gleichzeitig das warme Fell an seinem Mantel ist. So ist Mantelbart nie kalt, weil sein langer Schnurrbart kuschelig ist und ihn immer wärmt. Mantelbart ist schon sehr alt, mindestens 300 Jahre. Er wohnt im Zauberwald, dort wo alle leben, die ein gutes Herz haben und barmherzig sind. Der Zauberwald ist ein freundlicher Wald, alle Bäume und Blumen sind liebenswürdig und heißen jeden Gast willkommen. Auch die Elfen und Waldgnome freuen sich über Besucher.

Die Zauberwaldgemeinde feiert ein Mal im Monat ein Fest. Alle Bewohner machen sich dann besonders hübsch und treffen sich auf der großen Lichtung, die direkt hinter Mantelbarts Fingerhuthaus liegt. In den Vollmondnächten wird die Waldlichtung zum Festplatz ... “ (Mehr zum Buch)

Zu einem Projekt der Autorin: Bei meinen Recherchen zu dem Amoklauf in Winnenden fiel mir auf, dass es meist die Erwachsenen sind, die erklären, was in unseren Kindern vorgeht ... In den Medien überschlugen sich die Meinungen zu Präventivmaßnahmen, es war die Rede von Waffengesetze verschärfen, Computerspiele verbieten und mehr Sicherheit an Schulen…

WER FRAGT EIGENTLICH DIE KINDER, WAS SIE WIRKLICH BRAUCHEN? Aus diesem Ansatz heraus entstand das

Dienstag, 12. April 2011

Monika Kiel-Hinrichsen
Warum Kinder nicht zuhören
- Ein Ratgeger für Eltern und Erziehende
200 S., kt., ISBN-13: 978-3-8251-7468-2, € 13,90
Mein Kind hört einfach nicht auf das, was ich sage! Liegt der Grund dafür vielleicht gar nicht beim Kind? Wie muss ich meine Botschaft ausdrücken, damit sie das Kind erreichen kann? Die Art und Weise, wie wir miteinander sprechen, ist der Kern jeder menschlichen Beziehung. Kinder reagieren oft noch viel sensibler als Erwachsene auf die Signale, die wir mit unserer Körpersprache, dem Tonfall und der Art unserer Formulierungen zwischen den Zeilen aussenden. Deshalb ist es für die Erziehung von entscheidender Bedeutung, welche Botschaften wir jenseits unserer Worte vermitteln. Wie muss ich mit meinem Kind in den einzelnen Altersstufen sprechen? Welche Wirkungen gehen vom Klang meiner Stimme und von meinen Gebärden aus? Wie beeinflussen die Situation, in der sich das Kind befindet, und meine eigene Befindlichkeit die Verständigung? Wie schaffe ich es, mir all diese Aspekte so bewusst zu machen, dass ich sie im Alltag umsetzen kann? - Monika Kiel-Hinrichsen möchte Eltern und Erziehende mit dem Handwerkszeug ausrüsten, das über eine gelungene Kommunikation die Basis für eine sinnvolle Erziehungsarbeit bilden kann.

Wie ist es denn mit dem Hören? Wann höre ich zu? Doch dann, wenn etwas mein Interesse geweckt hat, wenn eine Saite in mir berührt werden und klingen konnte. Wann hört ein Kind, wenn man etwas von ihm will? Hört es nicht dann auf mich, wenn ich gelernt habe, mich auf sein Instrument einzulassen, wenn ich die Neugier habe, dem Klang seiner Saiten zu lauschen? Sind diese gerade verstimmt, so dass Misstöne entstehen, hat es wenig Sinn, laut und kräftig darüberzustreichen, sondern ich muss lernen, wie man ein fremdes Instrument stimmen kann. Aber ich kann mir auch die Frage stellen, wie mein eigenes Instrument gerade klingt, was es braucht, damit die Töne klarer und eindeutiger kommen können.

Inhalt: • Sprich, und du offenbarst dich • Das Seeleninstrument stimmen • Kindheit im Prozess • Körpersprache – Seelensprache • Die Bedeutung der Stimme in der Erziehung • Transaktionsanalyse in der Erziehung • Erziehung zum »ganzen Menschen« • Sinnesentwicklung und Sozialfähigkeit • Was hat die Sinnesentwicklung mit dem Hörenkönnen zu tun? • ADHS-Kinder und das Hören • Aggressivität als Warnsignal • Von der Erziehung zur Beziehung • Erziehung zur Konfliktfähigkeit • Aktives Zuhören • Von der Du- zur Ich-Botschaft • Konfliktmanagement in der Familie • Selbsterziehung als Grundlage der Erziehung • Wahrnehmungsübungen für Eltern

Sonntag, 10. April 2011

Ein bewegendes Plädoyer für Toleranz gegenüber Frauen,die ihr Kind zur Adoption freigegeben haben

Cornelia Oehlert
Wurzeln für Lisa
- Brief an meine unbekannte Tochter
BoD, TB, 108 S., ISBN-13: 978-3-8370-4197-2, 9,90 Euro
»Kinder gibt man nicht weg«, lautet das kategorische Urteil der meisten Menschen, wenn sie erfahren, dass eine Mutter ihr Kind zur Adoption freigegeben hat. Was sie nicht hinterfragen, ist die Geschichte dazu. Oft genug können Mütter darüber gar nicht selbst befinden, denn ›besorgte‹ Familienangehörige nehmen ihnen diese Entscheidung ab.
    
Lisa wurde vor neununddreißig Jahren von ihrer Mutter Claudia zur Adoption freigegeben und erst zweiunddreißig Jahre später wiedergefunden. Selbst Jahre danach kann sich Lisa nicht entschließen, ihre leibliche Mutter zu treffen. Deshalb schreibt ihr Claudia einen Brief, in dem sie ihr die ganze Geschichte erzählt. Und so erfährt nicht nur Lisa, welche schockierenden Lebensumstände zu ihrer Adoption geführt haben.
Bedingt durch negative Erfahrungen als Scheidungskind und Mutter, die von ihrer eigenen Familie zur Adoption ihres Kindes genötigt wurde, hat sie sich schon sehr früh für soziale und gesellschaftliche Themen interessiert. Durch die Suche nach ihrer vor mehr als dreißig Jahren zur Adoption freigegebenen Tochter, hat sich die Autorin in den vergangenen Jahren ganz besonders dem Thema Inkognitoadoptionen gewidmet und dabei festgestellt, dass diese durchaus nicht immer "zum Wohle des Kindes" erfolgen und der abgebenden Mutter oft großes Leid zufügen. Zu diesem Leid kommt noch erschwerend die Meinung der Gesellschaft dazu, die auf solche Frauen oft mit Verachtung reagiert. Durch ihr spannendes Buch möchte sie andere auf dieses Thema aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen.

Samstag, 9. April 2011

Die Autoren sind Adoptiveltern und Psychotherapeuten

Christel Rech-Simon, Fritz B. Simon
Survival-Tipps für Adoptiveltern
Carl Auer Verlag, 214 S., kt., ISBN 978-3-89670-654-6, € 16,95
In Deutschland werden jährlich ungefähr 5000 Kinder adoptiert. Die Mehrheit der Adoptivfamilien entwickelt sich wie andere Familien auch - mit kleineren oder größeren Problemen, wie sie zum Leben gehören.

Ein Teil der Adoptiveltern aber findet sich zusammen mit ihren Kindern in einem Drama wieder, auf das sie nicht vorbereitet waren. Diesen Familien „am Rand des Nervenzusammenbruchs“ bieten Christel Rech-Simon und Fritz B. Simon lebensnahe Hilfestellung an. Die Autoren blicken aus zwei Richtungen auf das Thema: als Adoptiveltern und als erfahrene Psychotherapeuten. Ihre „Survival-Tipps“ sind keine einfachen Patentrezepte. Sie benennen zuallererst die „Tänze“, zu denen sich Eltern von ihren Kindern nicht „einladen“ lassen sollten. Das erfordert in erster Linie eher, das Falsche zu unterlassen als das Richtige zu tun. Diesem „Don't“ fällt überraschenderweise das eine oder andere aus pädagogischer und psychologischer Sicht vermeintlich „richtige“ Erziehungsverhalten zum Opfer.

Viele authentische Fallbeispiele ergänzen die wissenschaftlichen Erkenntnisse und konkreten Tipps. Das Buch macht deutlich, dass Mütter und Väter auch scheinbar ausweglosen Krisensituationen nicht hilflos ausgeliefert sind. Sie können etwas tun - auch wenn dies oft etwas anderes ist, als gemeinhin angenommen und erwartet wird.

Mittwoch, 6. April 2011

Den Islam mit anderen Augen sehen

Peter Normann Waage
Islam und die moderne Welt
- Ein Essay über Dialog
Pforte Verlag, 143 S., br., ISBN 978-3-85636-181-5,  EUR 14.00, CHF 24.00
Die Ereignisse in Nordafrika haben uns alle überrascht. Nichts von Fundamentalismus, von antiwestlichem Zorn, sondern eine Sehnsucht nach Demokratie, nach Selbstbestimmung und Freiheit. Kurz: Nach Werten, die in unserem Kulturraum entstanden sind. Ein Grund, sich wieder einmal eine andere Stimme über den Islam anzuhören, um das Verständnis dafür zu entwickeln, dass in jeder Religion das Gesamtmenschliche in je eigener Ausprägung lebt, dass Religion die Menschen nicht trennen muss, sondern auch vereinen kann.

Diese anregende Studie gibt einen weiten Überblick über die brennenden aktuellen Probleme wie auch die geschichtlichen Grundlagen und Entwicklungen. Sie führt einerseits zu einem tieferen Verständnis für das vielschichtige Phänomen Islam, andererseits auch zur Besinnung auf die Werte der westlichen Kultur. Entstanden ist ein engagiertes Plädoyer für klares, vorurteilsloses Denken, für Verständnis und Toleranz. Nur auf dieser Basis, wenn das Verständnis für die Qualitäten der anderen ebenso geweckt wird wie für die eigenen, kann eine friedliche und fruchtbare Begegnung beider Kulturen stattfinden.

Aus dem Inhalt:

· Wenn die anderen zum Feind werden
· Fundamentalismus und Islam
· Verschleiertes Gehirn
· Das arabische Erbe
· Gott hat keinen Sohn
· Eine christliche Sekte?
· Christentum als Blasphemie
· Die Religion der Religionen
· Die Religion des Buches
· Die Brennessel
· Die Krise des Islams
· Individuum und Kultur

Mittwoch, 30. März 2011

Amoklauf

Leere Seelen - Was treibt sie in den Amok?
Mit Beiträgen von: Michael Alberts, Michael Birnthaler, Uwe Buermann, Jorit Hillendahl, Renate Hölzer-Hasselberg, Matthias Klaußner, Gisela Mayer, Manfred Spitzer, Wolfgang Weirauch
kt., 224 S.,37 s/w-Abb., ISBN 978-3-935679-57-2, 16,00 €
Jeder Amoklauf reißt tödliche Wunden - und immer wieder stellen wir uns die Frage: Wie konnte dieser Mensch das tun? Liegen die Ursachen in unserer modernen Zeit? Welchen Einfluß haben hier die Medien und Killerspiele? Welche Folgen hat es, daß die Menschen immer weniger reale Erlebnisse in der Natur haben?

Wir berichten über die Wirkung der Medien auf den Menschen, über die Auswirkungen von Gewaltspielen auf die Seele, die eigene Betroffenheit und Sucht durch Computerspiele, über Gewalt unter Jugendlichen, die zunehmende Erlebnisarmut der Menschen und wie man ihr begegnen kann sowie über die lebenszerstörenden Folgen eines Amoklaufs für die Betroffenen
 

Dienstag, 29. März 2011

Wunschkinder (PID in der Diskussion)

Daniela Reitz (Autorin/Hrsg.)
Wunschkinder - Präimplantationsdiagnostik aus der Perspektive der Prinzipienethik und der feministischen Ethik
Edition Ruprecht 2011, Hardcover, 228 S., ISBN-13: 9783767571396, (DE): 34,90 €, (AT): 35,88 €, (CH): 58,00 SFr
Welche ethischen Konflikte bestehen im Hinblick auf die Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik in Deutschland? Bei der Präimplantationsdiagnostik werden Embryonen vor der Einpflanzung in die Gebärmutter genetisch untersucht. Paaren soll ermöglicht werden, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen und dabei bestimmte Erbkrankheiten und Behinderungen auszuschließen. Kritiker fürchten die Selektion aufgrund weniger gravierender Merkmale. Die ethischen Konfliktfelder werden vergleichend analysiert aus der Perspektive der Prinzipienethik von Beauchamp und Childress, die auf den Prinzipien Autonomie, Nichtschaden, Wohltun und Gerechtigkeit beruht, und der feministischen Ethik von Sherwin, deren Ziel die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit ist. Dieses Buch ist eine erweiterte und aktualisierte Fassung der Dissertation der Autorin, die 2008 mit dem Promotionspreis der Universität Marburg ausgezeichnet wurde.

Dr. Daniela Reitz ist Gynäkologin und Ethikerin an der Universitätsklinik Marburg

Montag, 28. März 2011

Naturwissenschaft und Spiritualität

Rüdiger Sünner
Das kreative Universum – Naturwissenschaft und Spiritualität im Dialog
2011, DVD, 83 Minuten, englische Untertitel können eingeblendet werden, ISBN 978-3-89848-531-9, 14.90 €
Die Naturwissenschaft gilt heute als die große Wissensautorität, deren Erkenntnisse allgemein anerkannt und weltweit gefeiert werden. In ihrem Bereich regieren keine göttlichen oder übernatürlichen Kräfte, sondern messbare Phänomene wie Naturgesetze und Moleküle, die - so die Nachfolger Darwins - im Prozess der Selbstorganisation alles Leben geschaffen haben. Andererseits fühlen sich immer mehr Menschen zu spirituellen Weltbildern hingezogen, die ihnen scheinbar umfassendere Sinnhorizonte bieten. Das Interesse für Esoterik, Buddhismus, Anthroposophie, Naturreligionen, Meditation und die Mystik der Weltreligionen wächst von Jahr zu Jahr. Wie sind diese verschiedenen Welten zu vereinbaren? Leben wir in einer Art kultureller Schizophrenie, wo man sich öffentlich zur Evolutionstheorie bekennt, aber privat doch lieber an Engel, Schamanen, Götter und Geister glaubt? Sind die Bilder und Werte der spirituellen Traditionen mit den erstaunlichen Ergebnissen moderner Forschung vermittelbar oder bleiben sie reine Glaubensangelegenheiten?
Wir befragen einige der interessantesten Querdenker im Bereich der Naturwissenschaft, ob und wie ein Brückenbau zwischen ihren Disziplinen und spirituellen Fragen möglich ist. Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, die Raum für die Annahme eines »Göttlichen«, »Heiligen« oder »Transzendenten« lassen? Was bedeuten sie für unsere Zukunft?

Eine Reise in die spannende »terra incognita« moderner Naturforschung mit Rupert Sheldrake (Biologe), Hans-Peter Dürr (Quantenphysker), Thomas Görnitz (Quantenphysiker),  Arthur Zajonc (Quantenphysiker), Stuart Kauffman (Biologe), John Polkinghorne (Teilchenphysiker und Theologe), Simon Conway Morris (Paläontologe) George Coyne  (Astronom) Wolfram Schwenk (Gewässerbiologe), Bernd Rosslenbroich (Biologe), Wolfgang Schad (Biologe), Johannes Wirz (Molekularbiologe), Stephan Harding (Biologe) und Joachim Bauer (Neurobiologe).


DVD bestellen:

Ein Dichter staunt über die Wunder der Natur ...

Maurice Maeterlinck

Das Leben der Bienen
Mit einem Essay über Maeterlinck und die Bienen von Gerhardt Roth

Union Verlag, 256 S., geb., ISBN 3-293-00427-X, EUR 19.90, sFR 30.90
»In diesem Buch zeigt sich Maeterlinck uns in seiner ganzen Größe und Weisheit.« Rainer Maria Rilke Maurice Maeterlinck, zu seinen Lebzeiten gefeierter Nobelpreisträger für Literatur, hat selbst Bienen gezüchtet und erforscht. Sein erstmals 1901 erschienenes Buch Das Leben der Bienen fand in zahlreichen Sprachen weiteste Verbreitung und gilt unter Fachleuten und Imkern bis heute als gültige Darstellung.
 
Sachlich und präzis, aber mit berückender Sprachkraft schildert er die faszinierenden, rätselhaften Ereignisse im Bienenstock. Der Naturforscher in ihm verbindet sich mit dem Denker und Dichter, der den Wundern der Natur nachspürt und das Staunen nicht verlernt hat.

›Ehe nicht eine entscheidende Entdeckung der Wissenschaft das Rätsel der Natur löst‹, sagt Maeterlinck, ›oder eine Offenbarung aus einer anderen Welt, etwa eine Mitteilung von einem älteren und weiseren Planeten, uns endlich über Zweck und Ziel des Lebens belehrt, werden wir nichts sein als ein vergänglicher und zufälliger Lichtschimmer ohne schätzbaren Zweck in einer gleichgültigen Nacht, die ihn in jedem Augenblick ausblasen kann. Wer diese unermeßliche vergebliche Schwachheit schildert, der kommt der letzten Grundwahrheit unseres Lebens am nächsten; und wenn er die Personen, die er diesem feindlichen Nichts überantwortet, ein paar anmutige und liebevolle Gebärden machen, ein paar Worte der Sanftmut, des zagen Hoffens, des Mitleids und der Liebe sprechen läßt, so hat er alles getan, was man als Mensch tun kann, wenn man das Dasein bis an die Grenzen dieser großen und unbeweglichen Wahrheit verfolgt ...‹ (in "Rainer Maria Rilke: Maurice Maeterlinck")

Erbarmen für einen Hummer ...

Brigitte Heinrich (Hrsg.)
Der große Fang - Geschichten von Fisch und Mensch
Unionsverlag 2011, Ln. mit Lesebändchen, 224 S., geb., ISBN 3-293-00429-6, EUR 12.90, sFR 19.90
Ob wir mit hochgekrempelten Hosenbeinen am Dorfteich stehen, mit der Profiangelausstattung im Weltenmeer stochern oder mit der umgebundenen Serviette erwartungsvoll vor der Suppenschüssel sitzen – das Verhältnis zwischen Fisch und Mensch ist ein ganz besonderes. Bereit liegt hier ein praller Kescher voller unterhaltsamer, kurioser und lehrreicher Geschichten aus aller Welt.

David Arnason lässt den Sonnenfisch mit dem Fischer sprechen
Keri Hulme feiert die Sprottensaison
Ueda Akinari verwandelt einen Mann in einen goldglänzenden Karpfen
Juri Rytchëu schildert die Bedeutung des Wals für die Tschuktschen
Samuel Beckett sucht Erbarmen für einen Hummer
Anton Tschechow erzählt von der Niederlage gegen den Aalraupenfisch
Andreas Möller angelt zum ersten Mal auf Hecht
Christoph Schwennike entwirft eine Typologie des Anglers
Ota Pavel rettet sich mit gestohlenem Fisch über den Krieg
Joseph Wechsberg geht dem Geheimnis der Boullabaisse auf den Grund.
Das und vieles mehr für alle Sympathisanten des schillernden Wasserwesens.

Brigitte Heinrich, 1957 am Bodensee geboren, lebt nach Verlagstätigkeit in etlichen Städten und Häusern als Übersetzerin, Herausgeberin und Lektorin in Frankfurt am Main.